Ab Mai 2025 werden Behörden nur noch digitale Passbilder akzeptieren. Reisende müssen ihre Passfotos nicht mehr selbst ausdrucken und einreichen, sondern die Fotografen senden die Bilder direkt an das zuständige Bürgeramt. Diese Umstellung auf ein vollständig digitales System soll den Prozess des Passantragstellens vereinfachen und beschleunigen.
Für Reisen nach Großbritannien ist ab April 2025 zudem eine elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorization, ETA) erforderlich. Diese muss online beantragt werden, bevor der Flug oder die Fährüberfahrt angetreten wird. Die ETA ersetzt den bisherigen Reisepass als Einreisedokument und soll die Kontrollen an den britischen Grenzen effizienter gestalten.
Der Beitritt von Rumänien und Bulgarien zum Schengenraum
Eine weitere wichtige Änderung betrifft den Reiseverkehr innerhalb Europas: Im Jahr 2025 treten Rumänien und Bulgarien dem Schengenabkommen bei. Damit entfallen an den Grenzen dieser beiden Länder die Kontrollen für Reisende aus anderen Schengenstaaten. Der Grenzübertritt wird deutlich erleichtert, was den Urlaubsverkehr in diese Regionen vereinfacht.
Das Schengenabkommen ermöglicht seit 1995 die weitgehend kontrollfreie Reisefreiheit zwischen den teilnehmenden europäischen Staaten. Mit dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien umfasst der Schengenraum dann 27 Mitgliedstaaten. Lediglich Irland, Kroatien, Zypern, Rumänien und Bulgarien gehören bislang nicht vollständig dazu.
Venedig führt höhere Eintrittspreise für Tagesbesucher ein
Eine besondere Herausforderung stellt der Tourismus in Venedig dar. Um den Andrang der Tagesausflügler zu regulieren, führt die Stadt ab 2025 an bestimmten Spitzentagen deutlich höhere Eintrittspreise ein. Der Preis für Kurzbesucher verdoppelt sich dann von bisher fünf auf zehn Euro.
Venedig ist seit jeher ein beliebtes Reiseziel und zieht jährlich Millionen von Touristen an. Allerdings führt der Massentourismus auch zu erheblichen Problemen: Die historische Altstadt wird überlaufen, die Infrastruktur ist überlastet und die Lebensqualität der Einwohner leidet. Mit der Einführung differenzierter Eintrittspreise hofft man, den Besucherstrom steuern und regulieren zu können.
Die Maßnahme ist umstritten, da sie Venedig für Tagesausflügler weniger attraktiv macht. Allerdings sehen viele Experten darin einen notwendigen Schritt, um die historische Stadt vor einer Überlastung zu bewahren. Neben den Eintrittspreisen werden auch andere Regulierungen wie Zugangskontrollen und Besucherlenkung diskutiert.
Digitale Transformation im Tourismus
Die anstehenden Änderungen zeigen, dass der Tourismus einem tiefgreifenden Wandel unterworfen ist. Neben organisatorischen Anpassungen wie der Umstellung auf digitale Passbilder und Reisegenehmigungen, ist vor allem die fortschreitende Digitalisierung ein prägendes Merkmal.
Online-Buchungen, mobile Apps und digitale Tourismusangebote verändern das Reiseverhalten grundlegend. Reisende erwarten einen nahtlosen, digitalen Service von der Flugbuchung bis hin zur Hotelreservierung. Gleichzeitig sammeln Anbieter und Destinationen mithilfe von Big Data immer detailliertere Informationen über die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Gäste.
Diese Entwicklung bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Einerseits können Reiseangebote und Services durch den Einsatz digitaler Technologien verbessert und personalisiert werden. Andererseits bergen der Datenschutz und der Schutz der Privatsphäre ein erhebliches Konfliktpotenzial.
Insgesamt ist der Tourismus im Umbruch: Neben organisatorischen Neuerungen wie elektronischen Reisegenehmigungen und digitalen Passbildern, erfordert der technologische Wandel eine grundlegende Transformation der gesamten Branche. Reiseanbieter, Destinationen und Behörden müssen sich auf diese Veränderungen einstellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Bedürfnissen der Reisenden gerecht zu werden.
