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Ärztepräsident: Spahns Reformen gefährden Patienten

Bundesärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, mit mehreren geplanten Reformen die Sicherheit der Patienten zu gefährden . "Ärztliche Kernaufgaben sollen schrittweise an Berufe ausgelagert werden, die dafür nur unzureichend ausgebildet sind", sagte Montgomery dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). Montgomery sprach sich unter anderem gegen den Plan von Spahn aus, Apothekern künftig Grippe-Schutzimpfungen zu erlauben. Impfen müsse eine ärztliche Aufgabe bleiben, da vorher der Gesundheitszustand abgeklärt werden müsse und es die Gefahr von Komplikationen direkt bei der Impfung gebe, sagte Montgomery. "Alles andere gefährdet die Bevölkerung", sagte er. Auch die Reform der Hebammenausbildung kritisierte Montgomery scharf. Es müsse befürchtet werden, dass die geplante Akademisierung den akuten Mangel an Hebammen vor allem in den Kreißsälen noch verstärken werde. "Wir brauchen die Hebammen am Bett und nicht in der Verwaltung", sagte der Ärztepräsident. Er forderte eine Regelung, nach der Hebammen immer einen Arzt hinzuziehen müssen. "Nur so wird die Sicherheit der Patientinnen gewährleistet." Kritik übte Montgomery auch an der Ausbildungsreform für Psychotherapeuten. "Absolventen der neuen Studiengänge dürfen psychisch Kranke behandeln, obwohl sie in der Ausbildung kaum praktische Erfahrungen gesammelt haben. Das ist unverantwortlich", sagte er. Es fehle ein Praktisches Jahr, wie es das im Medizinstudium gebe, oder zumindest ein Praxissemester. "Mit dieser Schrumpf-Ausbildung darf niemand auf Patienten los gelassen werden", warnte der scheidende Ärztepräsident, der beim Ärztetag kommende Woche aus Altersgründen nicht wieder kandidiert. Foto: Jens Spahn, über dts Nachrichtenagentur

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