Truppen und Panzer sind vor Regierungsgebäuden auf dem Plaza Murillo in Boliviens Hauptstadt La Paz aufmarschiert, nachdem der bolivianische Präsident Luis Arce dazu aufgerufen hatte, die Demokratie zu respektieren. „Wir verurteilen die irregulären Mobilisierungen einiger Einheiten der bolivianischen Armee“, schrieb Arce in einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk X. Der ehemalige Präsident Evo Morales äußerte sich auf demselben Medium, dass sich offenbar „ein Staatsstreich“ anbahne.
Die angespannte Situation in Bolivien spiegelt die tiefe politische Kluft wider, die das Land seit Jahren spaltet. Anhänger des linksgerichteten Morales-Lagers werfen der konservativen Regierung von Präsident Arce vor, die Demokratie zu untergraben und die Opposition zu unterdrücken. Andererseits sehen Kritiker der Regierung Arce Anzeichen dafür, dass radikale Kräfte einen gewaltsamen Umsturz planen.
Die Mobilisierung der Streitkräfte durch Präsident Arce ist ein riskanter Schritt, der die Lage weiter eskalieren könnte. Beobachter befürchten, dass Bolivien am Rande eines neuen Bürgerkriegs steht, sollte es den verfeindeten politischen Lagern nicht gelingen, einen friedlichen Dialog zu finden und Kompromisse einzugehen. Die Zukunft des Landes hängt davon ab, ob es gelingt, die tiefe Spaltung der Gesellschaft zu überwinden und einen Weg aus der Krise zu finden.
