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Altbundespräsident Gauck wirbt für offenere politische Debatte

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat eine offenere politische Debatte gefordert. "Wir verlieren uns selbst, wenn wir so tun, als wäre es zu gefährlich, in großer Offenheit Probleme zu debattieren, weil das Volk sofort wieder umkippen könnte und eine Diktatur wählen würde", sagte Gauck dem "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Es sei auffällig, "dass gewisse Themen nicht ausreichend von der Regierung versorgt wurden", kritisierte der ehemalige Bundespräsident mit Blick auf die Flüchtlingskrise in den Jahren 2015 und 2016. Die Parteien sollten "alle relevanten Themen und Probleme bearbeiten", so Gauck weiter. Er spricht sich für "eine erweiterte Toleranz in Richtung rechts" aus. Toleranz fordere, "nicht jeden, der schwer konservativ ist, für eine Gefahr für die Demokratie zu halten und aus dem demokratischen Spiel am liebsten hinauszudrängen", so der frühere Bundespräsident. Man müsse zwischen rechts - im Sinne von konservativ - und rechtsextremistisch oder rechtsradikal unterscheiden. Die CDU müsse für die Konservativen "wieder Heimat werden", sagte Gauck. Er kritisierte, dass die Wahl von AfD -Abgeordneten zum Vizepräsidenten des Bundestages blockiert wurde. Das sei "ein problematischer Weg", so der ehemalige Bundespräsident weiter. Natürlich habe jeder Abgeordnete das Recht, denjenigen zu wählen, den er wolle. "Aber ich frage mich, ob es politisch nützlich ist, jeden Kandidaten der AfD abzulehnen", sagte Gauck dem "Spiegel". Foto: Joachim Gauck, über dts Nachrichtenagentur

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