Audi hat offiziell bekannt gegeben, dass sein Elektroauto-Werk in Brüssel im Februar 2025 seine Tore schließen wird. Diese Entscheidung ist ein herber Rückschlag für die belgische Hauptstadt, die sich in den letzten Jahren als aufstrebender Standort für die Elektromobilität etabliert hat.
Die Gründe für die Werksschließung
Laut Audi-Vorstand sind die Hauptgründe für die Werksschließung die schwindende Nachfrage nach dem Audi e-tron, dem Elektro-SUV, der bislang in Brüssel produziert wurde. Trotz anfänglicher Begeisterung für das Modell sind die Absatzzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Hinzu kommen steigende Produktionskosten und der wachsende Wettbewerb auf dem Elektroautomarkt.
„Wir müssen uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren und unsere Ressourcen dort einsetzen, wo wir am stärksten sind“, erklärte der Audi-Vorstandsvorsitzende. „Leider passt das Werk in Brüssel nicht mehr in unsere langfristige Strategie.“
Auswirkungen auf den Standort Brüssel
Für den Standort Brüssel ist die Werksschließung ein herber Rückschlag. Rund 2.200 Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Hinzu kommen zahlreiche Zulieferbetriebe, die von der Produktion in Brüssel abhängig sind und nun ebenfalls um ihre Existenz bangen müssen.
„Wir sind zutiefst enttäuscht von der Entscheidung von Audi“, sagte der Bürgermeister von Brüssel. „Dieses Werk war ein wichtiger Arbeitgeber und Impulsgeber für die Elektromobilität in unserer Stadt. Nun müssen wir uns schnell um Lösungen kümmern, um die Arbeitsplätze zu erhalten und neue Perspektiven für den Standort zu entwickeln.“
Pläne für eine Umnutzung des Werksgeländes
Die Stadtregierung von Brüssel hat bereits Pläne für eine Umnutzung des Werksgeländes nach der Schließung. „Wir wollen das Gelände nicht einfach brachliegen lassen“, erklärt der Bürgermeister. „Stattdessen soll es zu einem modernen Innovations- und Technologiezentrum umgewandelt werden.“
Konkrete Ideen sind unter anderem die Ansiedlung von Start-ups aus den Bereichen Elektromobilität, Energietechnik und Digitalisierung. Auch Forschungseinrichtungen und Testlabore für alternative Antriebe und Mobilitätskonzepte sind geplant. Darüber hinaus soll ein Teil des Geländes für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden.
„Wir wollen aus der Krise eine Chance machen“, betont der Bürgermeister. „Brüssel soll weiterhin ein Vorreiter bei der Elektromobilität bleiben, auch wenn Audi uns nun den Rücken kehrt.“
Unterstützung vom Bund und der EU
Um die Pläne für die Umnutzung des Werksgeländes umsetzen zu können, rechnet die Stadtregierung auf finanzielle Unterstützung vom belgischen Bund und von der Europäischen Union. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um diesen Strukturwandel aktiv zu gestalten“, so der Bürgermeister.
Vor allem die EU-Kommission hat bereits Hilfe in Aussicht gestellt. „Brüssel ist für uns ein wichtiger Standort bei der Elektrifizierung des Verkehrs“, sagte EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean. „Wir werden alles daran setzen, den Übergang zu einem nachhaltigen Mobilitätsmodell in der belgischen Hauptstadt zu unterstützen.“
Hoffnung auf neue Arbeitsplätze
Trotz der schwierigen Situation blicken viele Brüsseler optimistisch in die Zukunft. „Natürlich ist die Nachricht von Audi ein schwerer Schlag“, sagt eine Anwohnerin. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen werden. Brüssel hat so viel Potenzial, gerade im Bereich der Elektromobilität.“
Auch der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass die Umnutzung des Werksgeländes neue Arbeitsplätze schaffen wird: „Wir werden hart daran arbeiten, dass die Menschen, die ihren Job bei Audi verlieren, bald wieder eine Perspektive haben. Brüssel ist und bleibt ein Motor der Mobilitätswende in Europa.“
