Bei der Deutschen Bahn (DB) in Baden-Württemberg zeigt sich ein alarmierender Investitionsrückstand, der die langfristige Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Schienennetzes gefährdet. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (Die Linke) an den Verkehrsstaatssekretär Michael Theurer (FDP) fehlen insgesamt mehr als acht Milliarden Euro für dringende Infrastrukturmaßnahmen.
Diese Investitionslücke teilt sich auf verschiedene Bereiche auf: 2,6 Milliarden Euro werden für die Sanierung baufälliger Brücken benötigt, 1,3 Milliarden Euro für die Erneuerung von Gleisen, 0,3 Milliarden Euro für defekte Weichen und 0,6 Milliarden Euro für die Modernisierung veralteter Stellwerke. Darüber hinaus fallen weitere 2,5 Milliarden Euro für sonstige Infrastrukturprojekte der DB Netz an, während 0,9 Milliarden Euro für die Instandhaltung und Erneuerung von Bahnhöfen veranschlagt werden müssen.
Abgeordnete Akbulut sieht in diesem Sanierungsstau eine massive Beeinträchtigung der Verkehrswende, da die Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Bahnverkehrs darunter leiden wird. Auch der zuständige Verkehrsstaatssekretär Theurer räumt ein, dass die dringend notwendigen Investitionen bislang nicht in ausreichendem Maße getätigt wurden.
Um den Investitionsrückstand abzubauen, sollen laut Theurer bis 2027 rund 15 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur in Baden-Württemberg fließen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob diese Mittel tatsächlich in dem geplanten Umfang bereitgestellt und effizient eingesetzt werden können, um den langjährigen Sanierungsstau zügig aufzuholen und das Schienennetz fit für die Zukunft zu machen. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Arbeiter auf Gleisanlage, über dts Nachrichtenagentur

