Beratergremium lehnt Industriestrompreis ab

Der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, einen staatlich subventionierten Industriestromtarif einzuführen, stößt auf weiteren Widerstand. Eine Gruppe renommierter Wirtschaftsexperten hat sich jetzt gegen den Vorschlag ausgesprochen und rät angesichts der knappen Finanzen und der Notwendigkeit einer konzertierten Aktion zum Ausbau der erneuerbaren Energien von seiner Umsetzung ab. Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesfinanzministerium äußerte in einer Stellungnahme die Sorge, dass die Einführung eines Industriestromtarifs die notwendigen strukturellen Anpassungen zur Erreichung der deutschen Energieziele behindern könnte. Habecks Vorschlag sieht vor, dass Unternehmen, die ein bestimmtes Maß an Energie und Wettbewerbsfähigkeit nachweisen können, bis 2030 für bis zu 80 % ihres historischen Stromverbrauchs nur sechs Cent pro Kilowattstunde zahlen müssen, wobei die Regierung bis zu 30 Mrd. € an Subventionen bereitstellt.

Der Sachverständigenrat argumentiert jedoch, dass eine bessere Lösung darin bestünde, die Stromsteuer komplett abzuschaffen. Sie bezweifeln auch, dass der Erhalt energieintensiver Unternehmen den nicht-energieintensiven Industrien zugute kommen würde. Stattdessen schlagen sie vor, dass sich die Regierung darauf konzentrieren sollte, bessere Bedingungen für den Ausbau der Energieversorgung in Deutschland zu schaffen, z. B. durch eine radikale Vereinfachung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Erneuerbare-Energien-Projekte.

Die Debatte über den staatlich subventionierten Industriestromtarif macht deutlich, vor welchen Herausforderungen Deutschland steht, wenn es seine Energieziele erreichen und gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten will. Während Habecks Vorschlag darauf abzielt, energieintensive Industrien zu unterstützen, argumentieren Kritiker, dass er den Fortschritt hin zu einem nachhaltigeren Energiesystem behindern könnte. Die Lösung muss die Bedürfnisse der Industrie und der Umwelt in Einklang bringen und sich auf die Schaffung eines nachhaltigen Energiesystems für die Zukunft konzentrieren. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Industrieanlagen (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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