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Beruflicher Erfolg ohne Studium – mit Engagement und Leidenschaft

Viele junge Menschen fragen sich, ob sie studieren oder doch besser eine Ausbildung machen sollen. Die Aussagen von Fachkräften mit einer Berufsausbildung in einer Studie aus 2018 sind klar und deutlich: „Auf lange Frist bringt ein Studium einem weiter“ oder „Fehlende Anerkennung, keine Möglichkeiten des beruflichen Aufstiegs, geringes Gehalt“.

Viele Fachkräfte sind unzufrieden

Eine Studie aus 2018 zeigt auf, dass recht viele Fachkräfte mit einer Berufsausbildung unzufrieden sind. So gaben 36% der Befragten an, dass sie es bereuen, nicht studiert und sich für eine Berufsausbildung entschlossen haben. Dagegen bereuen unter den Akademikern rund 14% ihre Entscheidung für den Bildungsweg.

Begleitet wurde die Befragung vom Arbeitspsychologen Martin Kersting von der Uni Gießen, bei der 2068 Teilnehmer im Alter zwischen 25 und 65 Jahren befragt wurden. 50% davon waren Akademiker und 50% Personen mit einer Berufsausbildung. Zudem machten die Teilnehmer Angaben dazu, warum sie sich für ihren beruflichen Werdegang entschieden haben. Rund 70% nannten viele der Studienabsolventen das Interesse an der Motivation. Darüber hinaus zeigten sich mehr Akademiker als Fachkräfte durch die guten beruflichen Perspektiven und ihren Fähigkeiten motiviert.

Ist ein Studium immer ein Muss?

Früher war es eine Minderheit, die es an die Universitäten zog, doch heute sind an den Unis und Hochschulen so viele Erstis zu finden wie nie zu vor. Im Wintersemester 2017/18 waren es eine halbe Million, die sich für das Erstsemester einschrieben. Eben diese Entwicklung wirkt sich auf den gesellschaftlichen Stand der Akademiker aus. Die Nichtakademiker-Berufe wurden mit einer Geringschätzung konfrontiert und die Akademiker förmlich hofiert. Heute ist alles im Wandel, denn durch den Fachkräfte- und Nachwuchsmangel in den Handwerksbetrieben gewinnen die Nicht-Akademiker Berufe immer mehr Ansehen. Selbst die Studienabbrecher werden verstärkt als leistungsstarke Zielgruppe gesehen.

Der Grund dafür ist, dass sie, während ihrer Zeit an der Hochschule gelernt haben, sich schnell in einen neuen Bereich einzuarbeiten. In der betrieblichen Ausbildung sind die Studienabbrecher als Quereinsteiger aufgrund ihres Wissens, der Lebens- und Praxiserfahrung gefragt. Dass ein beruflicher Erfolg selbst ohne Uniabschluss möglich ist, dass zeigen prominente Studienabbrecher wie Mark Zuckerberg, Wolfgang Joop oder Barbara Schöneberger. Doch wer sich von vorherein gegen die Uni entscheidet oder spät den Entschluss fasst, das Studium abzubrechen, der sollte einen Plan B haben.

Ohne Umweg über die Uni direkt durchstarten

Niemand muss den Umweg über die Uni auf sich nehmen, um Karriere zu machen, sofern die richtige Branche gewählt wird. Beispielsweise ist es möglich im IT-Bereich oder im Hotel- und Gaststättengewerbe ohne Studium die Karriereleiter empor zusteigen. Selbst in technischen Berufen gibt es genügend Möglichkeiten, aufzusteigen, bspw. durch eine Aufstiegsfortbildung.

Bei einer solchen Aufstiegsfortbildung wird es Menschen, ohne Hochschulabschluss einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Zum Teil findet eine solche Fortbildung in einem Kurs einer schulischen Einrichtung statt oder als Selbststudium sowie komplette Fernlehrgänge.

Interessant ist, dass die Mehrzahl der Führungspositionen in den Bereichen über die klassische duale Ausbildung begann. Im Anschluss gelingt der Aufstieg bis in die Chefetage durch Weiterbildung und Spezialisierung. Wer einen Meistertitel in den Händen hält, der hat damit offiziell das Rüstzeug, um eigenverantwortlich ein Unternehmen zu leiten und Nachwuchs auszubilden. Allerdings ist hier die Leidenschaft für den Beruf ebenso wichtig.

Vielleicht kann sich der eine oder andere an Rene Obermann, den ehemaligen Telekom-Chef erinnern. Dieser hat als Azubi zum Industriekaufmann seine Karriere gestartet und gründete später sein eigenes Unternehmen (heute „The Phone House“) und wechselte dann zur Telekom.

Auch Tim Mälzer bewies viel Leidenschaft auf seinem Weg zum Ruhm. Mit 21 Jahren begann er in einem Hotel und absolvierte währenddessen mehr als ein halbes Dutzend Praktika. Eben diese Erfahrungen prägten ihn nachhaltig und verhalfen ihm zu seinem heutigen Erfolg.

Fazit: Erfolg benötigt nicht zwangsläufig einen Hochschulabschluss

Aber es ist ebenfalls klar, dass ein jeder, der sich ohne Abitur und Studium auf die Reise zu einer Führungsposition macht, eine harte Zeit vor sich hat. Nicht immer ist es auf der Überholspur sicher, durch man sich harte Bänke und überfüllte Hörsäle ersparte, um letztendlich die gewünschte Position zu erreichen. Denn schließlich verfügt die Konkurrenz ebenfalls über Qualitäten, die gefragt sind. Aber dennoch der Weg ist möglich und machbar. Wer sich letztendlich in seinem Beruf und auf seiner Position etabliert ha und dann seine Leistung bringt, der wird nicht mehr nach seiner formalen Qualifikation gefragt.

Das bedeutet: Nicht zwangsläufig hängen Studium und Erfolg zusammen. Es ist vielmehr die Fähigkeit, mit Niederlagen umgehen zu können und aus seinen Fehlern zu lernen. Die Autorin des berühmten Zauberer Harry Potter J.K. Rowling sagte einmal:

„It is impossible to live without failing at something, unless you live so cautiously that you might as well not have lived at all – in which case, you fail by default.“

Bevor Sie zu ihrem Ruhm kam, war sie jahrelang arbeitslos und musste viele Niederlagen in ihrem Leben hinnehmen. Somit weiß sie genau, wovon sie spricht. Selbst wenn es um die Frage geht „Uni ja oder nein“, sind es oftmals die Krisen, in denen der Mensch wächst.

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