Biomarken: Vertrauen als Wirtschaftsfaktor

Wien – EROSEI, Economic Return on Social and Environment Investment, ist das Zauberwort bei GoodBrand, jenem Unternehmen, das andere Unternehmen bei dem Vorhaben unterstützt, durch Nachhaltigkeit einen ökonomischen Vorteil zu erreichen. Für den Chef von GoodBrand Österreich, Gerhard Barcus, ist offensichtlich, dass Vertrauen zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden immer mehr zum Wirtschaftsmotor wird. Als Beispiel führt er Hofer, Spar und Rewe an.

Trust Index als Vertrauensranking

„Zurück zum Ursprung“, die Marke des Lebensmitteldiskonters Hofer scheint die Ansicht von Gerhard Barcus zu unterstreichen. Mit der Marke und dem Ökostrom-Angebot von Hofer hat sich der Diskonter das Vertrauen seiner Kunden erworben. Im Trust Index, der Rankingliste, in der es um Vertrauen geht, steht Hofer als Handelskette an der Spitze, knapp nach den Non Profit Organisationen Rotes Kreuz und SOS Kinderdorf, aber weit vor Greenpeace und dem WWF. „Die Konsumenten prüfen die Nützlichkeit einer Marke für Gesellschaft, Umwelt, Gemeinde, Lieferanten und Mitarbeiter“, erklärt der Chef von GoodBrand. Je stärker die Nützlichkeit empfunden werde, umso stärker präge sich das emotionale Vertrauen aus, führt er weiter aus. „Zurück zum Ursprung“ erfüllt die Kriterien der Konsumenten. Aber auch Spar mit der Biomarke „Natur Pur“ begegnen die Kunden mit Vertrauen. Spar liegt in der Rankingliste knapp hinter Hofer, gefolgt von Rewe mit der Biolinie „Ja! Natürlich“. Der Kunde würde sich heute authentisch, ehrlich und verantwortungsvoll wahrnehmen, sieht Gerhard Barcus die Situation. GoodBrand führt regelmäßig Befragungen bei 25.000 Kunden in 12 Ländern durch und beschäftigt sich intensiv mit dem Kundenverhalten.

Marken vor NGO’s

Trotz der Kenntnis vom Kundenverhalten ist für Gerhard Barcus nicht gänzlich nachvollziehbar, wie es möglich ist, dass Handelsketten mehr Vertrauen entgegengebracht wird, als NGO’s, also Non Governmental Organizations, wie Greenpeace und WWF. Auch wenn das Rote Kreuz und SOS Kinderdorf noch vor den Handelsketten in der Rankingliste anzutreffen sind, befinden sich Hofer und CO beinahe auf gleicher Höhe. „Ja! Natürlich“, „Zurück zum Ursprung“ und „Natur Pur“ nehmen es durchaus mit „Aus Liebe zum Menschen“ auf. Scheinbar gibt es einen immer stärker werdenden Zusammenhang zwischen Vertrauen, Empfehlung und Umsatz, sucht GoodBrand Chef Barcus nach einer Erklärung. Für ihn verdeutlicht das Ergebnis, dass durch Investments allein ein Sich-Abheben von der Konkurrenz nicht mehr möglich ist. Der Trend geht immer mehr zur Bewertung des Sozialkapitals eines Produktes, also zur Frage des Nutzens für Umwelt und Gesellschaft. Es scheint, der Konsument ist wirklich erwachsen geworden, verantwortungsbewusst und kritisch, für manche Unternehmen ein Anstoß zum Umdenken. Kunden gewinnen bedeutet in Zukunft sichtlich Vertrauen gewinnen.

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