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Blogs & Co. – lösen sie die Massenmedien ab?

Eine große Anzahl von Listen, führen die wichtigsten Weblogs / Blogs in Deutschland auf. Dabei unterscheiden sich die Reihenfolgen erheblich, unter anderen aus dem Grund, dass jede Liste den Begriff „Blog“ anders definiert.

Blogs – die Alternative zu den Massenmedien

Es bestehen neben den klassischen 1-Autoren-Blogs Plattformen, auf denen eine Vielzahl von Autoren aktiv ist. Diese schreiben alle auf einen Nenner: Es soll keine Reproduktion neutraler Nachrichten erfolgen, gemäß den Grundregeln der Pressemitteilungen: Wer hat wo, was, wie und warum getan und das möglichst mit Quellenangaben? Sondern es geht grundsätzlich um interessante Beiträge, wie sie in den Massenmedien eher nicht zu finden sind und das möglichst mit Mehrwert und lesenswerten Begründungen. In Besonderen sind die Wirtschaftsblogs aus Politik und Ökonomie von Interesse. Zweifelsfrei sind Lifestyle und Unterhaltung nett, aber sie sind nicht relevant. Das bedeutet, dass quantitative Daten nicht unwichtig, aber dennoch nachrangig sind. Das zeigen vor allem die Wirtschafts- und Newsblogs immer wieder, wo Nachrichten nicht nur aus aller Welt online zu finden sind, sondern gleichermaßen aus den einzelnen Regionen. Die User wünschen sich News aus Wirtschaft , Wirtschaftspolitik und Wirtschaftswissen 24/7 von jedem Ort. Wirtschaftsblogs kommen eben diesen Anforderungen und Wünschen nach.

Blogs boomen

Waren Blogs vor einigen Jahren noch von geringer Bedeutung, so hat sich das heute verändert. Zahlen aus 2016(!) zeigen auf, dass es in der Cloud-Lösung WordPress.com rund 55 Millionen neue Blog-Posts monatlich gibt. Diese wurden im gleichen Zeitraum 20 Milliarden Mal aufgerufen. Von diesen Blogs waren 1,3% auf Deutsch verfasst, womit das eine Zahl von 715.000 deutschsprachigen Blog-Posts pro Monat ergibt. Dank einer Studie ist es möglich, zu errechnen, dass die deutschen Blogger durchschnittlich pro Monat 11,5 Beiträge schreiben, womit das eine Anzahl von 62.000 deutschsprachigen WordPress.com-Blogs ergibt. Dies ist nur ein Teil der gesamten Blog-Landschaft. Eine Umfrage in der Schweiz ergab weitere Zahlen zu der Beliebtheit der Blogsoftware – sodass man letztendlich auf 200.000 deutsche Blogs kommt. Doch das ist sicherlich nur die Untergrenze. Das zeigt, dass Blogs eine gewaltige Content-Quelle darstellen, die über eine erhebliche Reichweite verfügen. Dabei muss nur der Gedanke auf die 715.000 veröffentlichen Blog-Posts auf WordPress fallen. Wird das auf andere Plattformen hochgerechnet, so bedeutet dass, dass jeden Monat über 2 Millionen deutschsprachige Blogbeiträge veröffentlicht werden und ihre Leser finden. Das Statistik Portal Statista gibt eine Gesamtzahl an Bloggern von 751.000 vor, wobei die Anzahl der von WordPress Nutzern veröffentlichten Posts im September 2018 mit rund 70 Millionen angegeben wurde.

Qualitätsblogger und Qualitätsjournalismus

Bei der Berichterstattung in den Wirtschaftsblogs stehen nicht nur wichtige Themen wie der Austritt Großbritanniens aus der EU oder der Zollstreit der USA mit der EU und China im Mittelpunkt, sondern ebenfalls um einschneidende Themen wie der Umstieg der Autoindustrie auf elektrische Fahrzeuge, der konkrete Züge annimmt. Alles wird in rasanten Geschwindigkeit be- und neubewertet. Die Berichterstattung der einzelnen Medien hinterlässt verwirrende Momentaufnahmen. Bloggende Ökonomen, Journalisten und Wirtschaftsblogger entwickeln aus den einzelnen Berichterstattungen einen lebendigen Gedankenaustausch, der für viele weitaus effektiver und angemessener ist, als die Betrachtung aus der Sicht der einzelnen Medien. Heute gehört der Grundsatzkonflikt zwischen Bloggern und Journalisten der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es Qualitätsblogger ebenso wie Qualitätsjournalismus. Was die Trennung zwischen „klassischen“ und „sozialen“ Medien angeht, so gibt es diese nicht mehr, sondern eher wird zwischen dem Niveau und dem Neuigkeitswert der Beiträge unterschieden. Die Themenagenda ist überall fast ähnlich, denn häufig bezieht man sich auf dieselben Ereignisse und Quellen. Eine Umfrage unter Journalisten ergab, dass rund 86,3% Pressemeldungen für Ihre Recherche nutzen und 29,4% ihre Informationen aus Blogs beziehen. Recherche - Blogs & Co. – lösen sie die Massenmedien ab?Grafik: Statista  

Die drei verschiedenen Blog-Charakteristiken

Unterschieden wird innerhalb der Debatte zwischen drei verschiedenen Blog-Charakteristiken, die alle unterschiedliche Einflussmöglichkeiten und Rollenmuster aufweisen: Bei den freien Blogs, wie bilanz-blog.de, handelt es sich um unabhängige Autoren. Sie sind die Pioniere der wirtschaftlichen Bloggerszene. Sie sind aufgrund von drei Gründen wichtige Katalysatoren und Gate-Keeper der digitalen ökonomischen Debatte. Die Ausrichtung der freien Blogs liegt mehr auf der Debatte, als auf der bloßen Veröffentlichung. Per Replik, kritischen Kommentar, eigener Expertise oder Tweet für den Diskurs und entwickeln so aus den einzelnen Beiträgen einen Long Tail, der aus Meinung, Verifizierung, Ergänzung und Falsifizierung besteht. Von ihnen werden Beiträge aus Medien und wissenschaftlichen Quellen aufgegriffen, um so deren Reichweite durch die Weitergabe im eigenen Blog, Twitter , Google Plus oder anderen Diensten zu erhöhen. Sie schaffen damit zum einen bei den Lesern Aufmerksamkeit und zum anderen eine Wertigkeit bei den Suchmaschinen. Bei den journalistischen Blogs hingegen handelt es sich um die großen, wie bspw. von Fazit oder dem Handelsblog. Sie vertiefen, verlängern oder „spitzen“ Themen zu, die in der redaktionellen Planung keinen Platz finden, aber für Fachkreise oder Wirtschaftsblogs durchaus von Interesse sind. Von den Medienblogs oder journalistischen Blogs kommt es oft zu Verlinkungen oder sie zitieren gelegentlich Quellen aus der Blogosphäre. Somit werden die Beiträge aus den Medienblogs zu einem sichtbaren und bewussten Bestandteil der Debatte im Web. Sie sind mehr als „nur ein Artikel“ im „normalen“ Online-Auftritt. Zudem gibt es noch die institutionellen Blogs, wie derjenige der ETH Zürich . Sie stellen im Feld der Wirtschaftsblogs eher die „spät berufenen“ dar, die mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten und der Schnelligkeit von Blogposts experimentieren. Doch an der öffentlichen Debatte nehmen sie nur wenig teil. Die Institutionellen Blogs beeinflussen durch renommierte Autoren die klassischen Medienpartnerschaften oder ihre besondere Expertise, aber weniger durch ihre Debatten- oder Netzwerkfähigkeit. Fazit ist, dass die ganze Welt ein Blog ist. Wie viele Blogs auf welche Themen fallen oder Bloganbieter, das ist vermutlich niemanden möglich in Erfahrung zu bringen. Doch eines ist sicher, die Wirtschaftsblogs haben Zukunft, in unserer schnelllebigen Welt, wo wir die wichtigsten Nachrichten stets „handy“ haben wollen.

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