BMW-Entwicklungschef: „Wir wurden in eine Art Sippenhaft genommen“

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich fürchtet um die Wertschätzung für seine Arbeit und die seiner Mitarbeiter: „Mich haben die letzten Wochen sehr bewegt“, sagte er dem „Focus“ im Vorfeld der Frankfurter Automobilmesse IAA. „Wir wurden in eine Art Sippenhaft genommen.“ Die Anstrengungen von BMW, die Emissionen seiner Pkw auch bei extremen Temperaturen niedrig zu halten, seien in der öffentlichen Wahrnehmung untergegangen. Dabei habe BMW dafür viel Geld ausgegeben.

„Das sind Milliardeninvestitionen, die sich andere gespart haben.“ Auch die Entwicklung des Autonomen Fahrens verschlingt bei BMW Milliardenbeträge. Eine Schlüsselrolle spielen dabei, so Fröhlich, Datenspeicher im Auto und beim Unternehmen. „Wir werden in autonome Fahrzeuge einen Chip einbauen müssen, dessen Leistung einem heutigen Rechenschrank von zwei Metern Höhe entspricht. Zusammen mit Intel bauen wir mittelfristig ein Rechenzentrum mit einer Kapazität von bis zu 500 Petabytes auf. Das ist die zehnfache Datenmenge, die wir heute in unserem Forschungs- und Innovationszentrum benötigen.“

BMW tritt mittlerweile auch als Software-Zulieferer für andere Autohersteller auf. Dies betrifft Programmbestandteile fürs Autonome Fahren, die im Rahmen der Kooperation beim Karten-Dienstleister Here entstehen. „Wir haben hier eine offene Plattform und laden andere Hersteller sowie Zulieferer ein – auch arbeitsteilig -, mitzumachen oder die entwickelten Komponenten kostenpflichtig zu übernehmen.“ Lange werde es diese Wahlmöglichkeit aber nicht geben. „2021 wollen wir erste Produkte auf den Markt bringen. Einen Autohersteller, der erst 2018 oder 2019 dazukommt, werden wir nicht mehr in die Entwicklung der ersten Generation integrieren können. Der wird de facto fertige Produkte aus dieser Generation kaufen müssen.“

Foto: BMW, über dts Nachrichtenagentur

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