Die angespannte Situation in der Hauptstadt Boliviens eskaliert zusehends. Die Militärpolizei hat den zentralen Plaza Murillo abgeriegelt und schwer bewaffnete Soldaten sowie gepanzerte Fahrzeuge vor wichtigen Regierungsgebäuden in Stellung gebracht. Augenzeugen berichten, dass die Soldaten sogar versuchten, gewaltsam in den Präsidentenpalast einzudringen. Diese Szenen erinnern stark an einen klassischen Putschversuch, bei dem das Militär die Macht an sich reißen will.
Die Bürger in La Paz sind tief verunsichert angesichts der unklaren Lage. Viele haben Angst vor bevorstehenden Gewaltausbrüchen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern. Gerüchte über geplante Massendemonstrationen und Straßenschlachten machen die Runde. Regierungsvertreter haben bislang noch keine offizielle Stellungnahme zu den Vorfällen abgegeben. Man weiß nicht, wie Präsident Morales und seine Kabinettsmitglieder auf die bedrohliche Situation reagieren werden.
Experten befürchten, dass die politische Krise in eine schwere Verfassungskrise münden könnte, sollte das Militär tatsächlich versuchen, die gewählte Führung zu stürzen. Dies könnte zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen regierungstreuen und putschistischen Kräften führen, mit unabsehbaren Folgen für die Stabilität des Landes. Angesichts der zunehmenden Spannungen fordern Diplomaten und Menschenrechtsorganisationen alle Beteiligten dazu auf, Ruhe zu bewahren und eine friedliche Lösung zu finden, bevor die Situation vollends eskaliert.
