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Bundesumweltministerin Hendricks: „Wir brauchen einen Agrarkonsens“

Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ruft Politik und Gesellschaft zu mehr Einigkeit in der Agrarpolitik auf. „Wir brauchen einen Agrarkonsens. Nur im Konsens können wir Umwelt- und Akzeptanzprobleme lösen und gleichzeitig den Landwirtinnen und Landwirten eine sichere Zukunft gewährleisten“, sagte Hendricks dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagsausgaben).

Am Dienstag kommen in Berlin Vertreter aus Politik, Verbänden, Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammen, um über einen Gesellschaftsvertrag für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucher zu beraten. Hendricks zufolge stehen agrar-, umwelt- und verbraucherpolitische Anliegen bisher oft im Widerspruch zueinander. „Wir brauchen eine Versöhnung in der Agrar- und Umweltpolitik, die die Gesellschaft bislang zu sehr spaltet“, sagte die Ministerin und verwies auf positive Erfahrungen in anderen Politikfeldern. „Bei der Atomkraft haben wir es zum Beispiel geschafft, eine Spaltung zu überwinden und einen breiten politischen Konsens mit guten Alternativen zu organisieren. Bei der Kohleverstromung machen wir uns zur Zeit auf den Weg.“ Der im Sondierungspapier zwischen Union und SPD vereinbarte Ausstieg aus der Nutzung des Pflanzenvernichters Glyphosat markiert Hendricks zufolge einen Anfang bei der Versöhnung von Umwelt- und Agrarinteressen. „Wenn wir jetzt aus der Nutzung von Glyphosat aussteigen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich verringern, ist das schon ein erster wichtiger Schritt hin zu einer neuen, nachhaltigen Landwirtschaftspolitik“, so Hendricks. Ein weiterer Baustein sei eine Neuordnung der EU-Agrarförderung nach dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“. „Wir wollen die Landwirte für ihre Leistungen für Umweltschutz, Tierwohl und Landschaftspflege fair entlohnen. Mit diesem Ansatz können wir als Umweltschützer auch die Interessen der Landwirtschaft verteidigen“, sagte Hendricks. „Denn die EU-Agrargelder wird es im vergleichbaren Umfang nur dann weiter geben, wenn die Gesellschaft auch erkennt, was sie davon hat.“

Foto: Barbara Hendricks, über dts Nachrichtenagentur

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