Burger King: Yi-Ko Holding GmbH sorgt für Aufruhr

HamburgerBerlin – Es zeigte sich rasch nach der Übernahme der Burger King eigenen Filialen durch die Yi-Ko Holding GmbH, dass sich unter der neuen Führung einiges ändern wird. Doch nicht zum Guten. Wer das hoffte wurde enttäuscht, darunter Mitarbeiter, Investoren und Franchisenehmer. Für Geschäftsführer Ergün Yildiz und seinen Partner Alexander Kolobov gelten keine Verträge und Vereinbarungen. Franchisenehmer wurden gekündigt und Mitarbeiterverträge, selbst Kollektivverträge, missachtet. Investoren kauften Grundstücke und errichteten Gebäude, die in Aussicht gestellte Verzinsung erfolgte nicht. Rechtsanwälte und Gerichte sind seither mit Burger King und der Yi-Ko Holding beschäftigt.

Mitarbeiter am Gängelband

Schon kurz nach der Übernahme von Burger King hat Yildiz alle Betriebsvereinbarungen gekündigt. Mitarbeiter arbeiteten weit unter dem Tariflohn, Überstunden und Urlaubsgelder wurden zum Teil nicht ausbezahlt. Und wenn die Mitarbeiter bisher ihre Burger Uniformen am Beginn der Arbeitszeit anziehen durften, mussten sie bereits in Uniform erscheinen. Umkleiden galt nicht mehr als Arbeitszeit. Es hagelte Proteste und Yildiz musste teilweise nachgeben, doch in vielen Belangen blieb er hart. Befristete Mitarbeiterverträge werden nicht mehr verlängert, denn Yildiz bevorzugt ausländische Studenten als Jobber. Sie sind auf das Geld angewiesen und nehmen die schlechten Arbeitsbedingungen in Kauf. Sich zu wehren oder an die Gewerkschaft zuwenden, bringt die Kündigung. Wer Fehler sucht, wird Fehler finden, Fehler, die eine Kündigung rechtfertigen, dabei wird kein Unterschied zwischen Mitarbeiter und Betriebsräten gemacht. Den Betriebsräten wurde auch untersagt, Sitzungen während der Arbeitszeit abzuhalten. Auch das Mitspracherecht bei der Erstellung der Dienstpläne wurde ihnen entzogen.

Fifty/Fifty Joint-Venture Yi-Ko Holding

Die Yi-Ko Holding ist ein Joint-Venture zwischen dem türkischstämmigen Ergün Yildiz, der mehr als zehn Jahre lang Burger King Filialen führte, und dem Russen Alexander Kolobov, ebenfalls Leiter von Burger King Filialen und der Schnellimbisskette Schokoladniza in Russland. Bei der Übernahme der 91 deutschen Filialen belief sich die Anzahl der Beschäftigten auf rund 3.000. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten setzte sich für die Mitarbeiter ein. Die Missstände seit der Übernahme führten bereits zu verschiedenen Gerichtsverhandlungen. Im August 2013 konterten Yildiz und Kolobov mit einer Verleumdungsklage gegen die Gewerkschaft. Sie fordern eine Schadensersatzzahlung. Die Urteile sind ausständig. Yildiz und Kolobov werden dabei von Rechtsanwalt Helmut Naujoks vertreten. Günter Wallraff gab sich im Jahr 2009 gegenüber Naujoks, der nur Arbeitgeber vertritt, als Unternehmer aus und veröffentlichte in seiner Reportage, dass der Anwalt angegeben habe, sich darauf spezialisiert zu haben, unliebsame Schwangere, Betriebsräte oder Behinderte aus Unternehmen zu mobben. Stimmen Wallraffs Angaben, befinden sich Yildiz und Kolobov in bester Gesellschaft und in guten, juristischen Händen.

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