Bußgeld-Katalog 2023: Airbags nicht verpflichtend, aber sinnvoll

Erfunden wurde der erste Airbag von dem deutschen Ingenieur Walter Linderer 1951. Über sieben Jahrzehnte später, ist es kaum vorstellbar, wie es möglich war, dass Autos ohne Airbag zugelassen wurden. Gesteuert, ausgelöst und kontrolliert werden die Airbags von einem Airbag-Steuergerät.

Der Lebensretter beim Unfall – der Airbag

Als „Airbag“ wird ein luftgefülltes Aufprallkissen bezeichnet, welches in Kraftfahrzeugen zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um eine Art „Insassenrückhaltesystem. Bei diesem entfaltet sich der Airbag als Luftkissen, sobald es zu einem Aufprall des Fahrzeuges kommt. Dabei wird der Zusammenstoß von Fahrer mit der Fahrzeugfront bei einem Unfall verhindert.

Der Airbag gehört mittlerweile zu den gängigen Serienausstattungen und wird in nahezu allen neuen hergestellten Kraftfahrzeugen eingebaut. Üblich ist der Einbau von Kopf-, Seiten- und Front-Airbag. Keineswegs darf der Airbag als Ersatz für den Sicherheitsgurt angesehen werden, sondern ergänzt den Schutz im Auto. Auch wenn sich dieser Aufprallschutz oft bewährt, hat bei Unfällen, so ist ein Airbag bislang noch nicht verpflichtend hierzulande.

Das Airbag-Steuergerät – die Funktionsweise & seine Aufgabe

Gesteuert, kontrolliert und ausgelöst wird das Sicherheitssystem durch das Airbag-Steuergerät, das auch als Airbag-Steuermodul bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Steuergerät, das als Teil des Airbags dafür sorgt, dass dieser zum richtigen Zeitpunkt ausgelöst wird, um so die Insassen des Fahrzeuges vor Verletzungen zu schützen.

Wie alle Steuergeräte arbeitet das Airbag-Steuergerät in der Datenverarbeitung nach dem EVA-Prinzip. Empfangen werden somit ständig Daten von verschiedenen Sensoren inklusive Crashsensoren. Diese sind im Fahrzeug installiert und liefern Informationen über Bewegungen und Verzögerungen. Im Anschluss werden diese Daten verarbeitet und es kommt zum Vergleich mit den vorprogrammierten Soll-Werten. Weichen die Werte ab, dann werden die Airbags vom Steuergerät aus.

Leuchtet die Kontrollleuchte für die Airbags im Cockpit des Fahrzeuges, dann weist das auf einen Defekt hin. Somit ist eine Überprüfung notwendig und das von Fachleuten, die sich auf die Reparatur und Diagnose von Steuergeräten spezialisiert haben. Sollte es zu einem Auslösen des Airbags kommen, dann muss das gesamte Gerät gegen ein neues Ersatzteil ausgetauscht werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass das System bei einem Unfall funktioniert.

Die Straßen werden immer sicherer

Laut Statistiken werden die deutschen Straßen immer sicherer, wie die sinkenden Unfall-, Verletzten- und Todeszahlen aufzeigen. Dies ist hauptsächlich auf die bessere Ausstattung der Fahrzeuge zurückzuführen – unabhängig von der Fahrzeugklasse.

Allein im Jahr 2019 ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland von über 100 pro 100.000 Fahrzeuge pro Jahr seit den 70er-Jahren auf unter 10 pro 100.000 zurück. Die deutschen Autobahnen gelten selbst ohne Tempolimit als die sichersten weltweit. Dass die Unfallzahlen immer weiter sinken, ist zudem auf die immer besser werdenden Sicherheitsausstattungen zurückzuführen. Einen großen Anteil kommt dabei dem Sicherheitsgurt zu, aber auch die Airbags sowie die modernen Assistenzsysteme tragen einen großen Anteil dazu bei.

Die modernen Fahrerassistenzsysteme sind nicht nur in den teuren Fahrzeugen oberhalb der Mittelklasse verbaut, sondern auch in den Klein- und Kompaktwagen mittlerweile geläufig. Assistenzsysteme wie ABS und/oder ESP wurden in den vergangenen Jahren in immer mehr Modellen um weitere Sicherheitsausstattungen erweitert wie Notbrems- oder Spurhalteassistenten sowie Kollisionswarner.

Nicht verpflichtend in Deutschland: der Airbag

Auch wenn Airbags keine Pflicht sind, so sind in der Regel fast alle Neufahrzeuge damit ausgestattet – dies gilt insbesondere für Kleinwagen. Lediglich die Sportwagen bilden hier in gewisser Weise eine Ausnahme.

Begründet wird die fehlende Verpflichtung von Airbags damit, dass die Airbags im Gegensatz zu den Sicherheitsgurten umstritten sind. Denn sie waren selbst Auslöser und Ursache für schwerwiegende Verletzungen. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle, wie die Körpergröße des Insassen, dessen Gewicht und auch die Art und Geschwindigkeit des Zusammenstoßes.

Bei den Airbags gab es ursprünglich ein Verfallsdatum und dies belief sich zunächst auf zehn Jahre. Mittlerweile existiert keine Austauschpflicht mehr. Es sind rund 30 Jahre seit der Einführung der Airbags vergangen und das ist eine lange Zeit. In dieser kommt es zu einem Materialverschleiß, was jedoch nicht immer zwingend der Fall sein muss.

Ein Austausch nur vom Fachmann

Wenngleich ein Austausch nicht verpflichtend ist, aber sich ein Fahrzeughalter dazu entscheidet, dann sollte das von einem Fachmann in einer Werkstatt vorgenommen werden. Der Grund ist, dass in den Luftkissen explosionsfähige Treibmittel enthalten ist und genau darum ist das entsprechende Know-how gefragt.

Es kommt immer wieder einmal vor, dass etwas an den Airbags defekt ist, trotz aller Stabilität und Haltbarkeit. Ist das der Fall, dann wird beim Unterbrechen der Zündleitung die entsprechende Kontrollleuchte aufleuchten. Die Fehlerquellen liegen hauptsächlich im Airbag-System, in der Elektrik.

Eine weitere Ursache für einen Fehler kann der Verlust von Quecksilber im Schalter des Luftpolsters sein. Allerdings wird dieser Fehler nicht durch die Kontrollleuchte angezeigt. Gleiches gilt für alte Kabel. Bei diesen muss zum Teil die verhärtete Ummantelung ausgetauscht werden. Geschieht dies nicht, dann droht ein Kurzschluss. Ob sich der Halter eines Neu- bzw. Jahreswagen zum Austausch entscheidet, der Besitzer eines älteren Fahrzeuges oder eines Sportwagens – das obliegt ganz ihm allein.

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