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Chef der Agrarministerkonferenz attackiert Klöckner-Pläne

Der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern, der rheinland-pfälzische Ressortchef Volker Wissing (FDP), hat die Pläne von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Wiederaufforstung der Wälder als unzureichende "Symbolpolitik" kritisiert. "Das ist nicht mehr als Symbolpolitik", sagte Wissing der "Welt" (Montagsausgabe). "Mit 500 Millionen Euro ist der deutsche Wald nicht zu retten." Nötig sei ein Gesamtkonzept: "Mehr Forschung für klimaangepasste Baumarten. Mehr Forschung, wie der Borkenkäfer, der sich gerade explosionsartig vermehrt, wirksam bekämpft werden kann", so Wissing. Das müsse jetzt schnell gehen - "und zwar mit Blick auf die Sache, nicht immer nur auf die eigene Darstellung". Das bisherige Geschäftsmodell vieler Waldbesitzer basiere auf der Vermarktung von Nadelhölzern. "Das lässt sich nicht mal eben auf Laubbäume umstellen. Sägewerke müssen umgerüstet werden. Die gesamte Baukultur muss sich ändern und Holz als Baustoff gefördert werden", so der FDP-Politiker. "Das verursacht Kosten, die von der Gesellschaft getragen werden müssen." Wissing wies auch Klöckners Pläne für ein freiwilliges Tierwohllabel zurück: "Wir brauchen dringend ein verpflichtendes staatliches Tierwohllabel, das den Verbrauchern verlässlich zeigt, unter welchen Bedingungen ein Tier gehalten wurde", so der rheinland-pfälzische Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau. "Gerade wenn im Zuge des Mercosur-Abkommens Rindfleisch auf den EU-Markt gelangt, für dessen Produktion Regenwälder gerodet wurden, ist eine Kennzeichnung wichtig. Die Konsumenten sollen eine informierte Kaufentscheidung treffen können." Die Kennzeichnungspflicht sollte auf EU-Ebene eingeführt werden, verlangte Wissing. "Wir haben einen europäischen Binnenmarkt . Und wir haben einheitliche ethische Vorstellungen der Gesellschaft, wie die Tierhaltung gestaltet werden soll. Gerade in einer gesellschaftlich so wichtigen Frage wie der Tierhaltung ist es nicht akzeptabel, dass sich die Bundesregierung hinter europäischem Recht versteckt und so tut, als könne sie da nichts ändern. Sie hat in anderen Feldern gezeigt, dass es sehr wohl geht." Foto: Julia Klöckner, über dts Nachrichtenagentur  

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