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Coronavirus: Ein Virus legt ganze Industrien lahm

Erstmals wurde ein Fall der neuartigen Erkrankung namens „COVID-19“ („Covid-19“ – für Corona Virus disease 2019) Ende Dezember 2019 in der Millionenstadt Wuhan der chinesischen Provinz Hubei bekannt. Ausgelöst wurde die Krankheit durch den bis dahin unbekannten Coronavirus SARS-CoV-2. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief am 30. Januar 2020 die internationale Gesundheitsnotlage aus, um eine Ausbreitung in Staaten ohne leistungsfähige Gesundheitssysteme entgegenzuwirken. In China kam es zur Einrichtung von umfangreichen Sperrzonen.

COVID 19 betroffene Laender - Coronavirus: Ein Virus legt ganze Industrien lahm

Neue Zahlen aus China – endlich gibt es umfassende Daten

Die Infektion verläuft bei 80% der Infektionen harmlos, doch gefährdet sind vor allem sehr alte Menschen. Doch weiterhin ist Skepsis über die neuesten Zahlungen aus China angebracht.

Die Studie, die das chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention zum neuen Coronavirus veröffentlicht hat, ist die bislang umfangreichste. Die gewonnenen Daten können hilfreich sein, um genauer abschätzen zu können, wie bedrohlich der COVID-19 Virus tatsächlich ist.

  • Insgesamt flossen in die Analyse 72.314 Patientenakten ein:
  • 44.672 bestätigte Fälle (61.8%)
  • 16.184 Verdachtsfälle (22.4%)
  • 10.567 klinisch diagnostizierte Fälle (14,6%) – nur Provinz Hubei
  • 889 asymptomische Fälle (1.2%)

Einen milden Verlauf gab es bei mehr als 80% der Fälle, während 13,8% der Infizierten schwer erkrankten und nur 47% der Infizierten als kritisch eingestuft wurden. Als wirklich gefährdet werden die über 80-Jährigen eingestuft. Die Sterblichkeitsrate liegt hier bei 14,8%, wobei vor allem Patienten mit chronischen Vorerkrankungen betroffen sind. An der Spitze stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von Diabetes, chronischen Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck.

Bei den Menschen im Alter zwischen 70 und 79 Jahren liegt die Sterblichkeitsrate bei 8% und bei den 60 bis 69-jährigen bei 3,6%. Dagegen scheinen die jüngeren deutlich geringer gefährdet zu sein. Die Sterblichkeitsrate steigt zwischen 10 und 50 Jahren von 0,2% auf 0,4% mit zunehmenden Alter. Bei den 50- bis 59-jährigen liegt die Sterberate bei 1,3%. An dem neuartigen Virus erkranken Kleinkinder bis 9 Jahren kaum und bislang sind keine Sterbefälle in dieser Altersgruppe bekannt. Was interessant ist, ist der Fakt, dass die Sterblichkeitsrate bei den Männern mit 2,8% deutlich höher ist als bei den Frauen (1.7%).

Ansteckung Coronavirus - Coronavirus: Ein Virus legt ganze Industrien lahm

China steht still: Städte sind abgeriegelt, Firmen stellen den Betrieb ein

Drastische Maßnahmen ergreifen die chinesischen Behörden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Rund um die Millionenmetropole Wuhan, die am stärksten von dem Virus betroffen ist, wurden zahlreiche Städte abgeschottet. Nichts bewegt sich mehr: Keine Busse, keine Bahnen und auch der Flugbetrieb ist eingestellt. Von der Polizei wurden an den Ausfallstraßen Straßenblockaden errichtet. Das Beste für die Anwohner: In der eigenen Wohnung bleiben und nicht nach draußen gehen. Wer seine Wohnung verlässt, der darf dies nur mit Mundschutz – ansonsten droht eine Strafe.

Wuhan wurde dadurch zur „Geisterstadt“. Die Straßen sind leergefegt und in den Märkten und Einkaufszentren ist keine Seele zu sehen. Die Krankenhäuser kämpfen dagegen mit einem Ansturm von Patienten, die mit Fieber und Atemwegserkrankungen Hilfe suchen. Die verzweifelte Frage die sich stellt, ist, was ist eine normale Erkältung, die saisonale Grippe und was ist die gefährliche Lungenkrankheit COVID-19? Die Ärzte und Krankenschwestern arbeiten vermummt in weißen Schutzanzügen. Sie sind überfordert und kranke Menschen werden aufgrund von Mangel an Betten nach Hause geschickt.

All das wirkt wie ein Szenario aus einem Hollywood-Katastrophenfilm. Doch für die Menschen in Wuhan und der Provinz Hubei ist dies bittere Realität. Mittlerweile erleben dieses Szenario weitere Städte.

Die ausgeweiteten Quarantänemaßnahmen der Behörden betrafen am 25. Januar 2020 bereits 56 Millionen Menschen in 18 chinesischen Städten.

Wie geht es weiter mit dem Coronavirus?

In China hat die Zahl der Infektionen 70.000 überstiegen und nach Einschätzung der Experten wird der Höhepunkt der Coronvirus-Epidemie erst Ende April 2020 erwartet bzw. erst dann wird eine Stabilisation erwartet. Dabei handelt es sich nach einer Aussage von Zhong Nanshan, dem Chef der Expertengruppe der chinesischen Regierung allerdings um eine sehr grobe Schätzung.

Bis Ende Februar sei, nach der Aussage von Nanshan, mit einem Höhepunkt des Ausbruchs in China zu rechnen. Doch den Höchststand zu erreichen, das bedeutet nicht den Wendepunkt, wie der renommierte Mediziner in einem Video von einer Videokonferenz mit Ärzten aus der Südprovinz Guandong erklärte. Allerdings räumte Zhong Nanshan ein, dass die radikalen Maßnahmen in China zur Eindämmung des Sars-CoV-2 genannten neuen Coronavirus wirkten. Aufgrund der jetzt laufenden Rückreisewelle von Wanderarbeitern nach den wegen des Virus verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest, wird „möglicherweise kein grosser Anstieg“ erwartet. Zur Kontrolle der Rückreiseströme seien sehr strenge Maßnahmen ergriffen worden, wie Zhong Nanshan in dem veröffentlichten Video erklärte.

Der Coronavirus verändert das Leben in China

Ihren radikalen Kurs gegen die Ausbreitung des Coronavirus verschärfte die chinesischen Regierung und stellt Millionenstädte unter Quarantäne. Durch die drastischen Maßnahmen soll die weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden. Doch wie die Behörden mit dem Ausbruch umgegangen sind und noch umgehen, das wird kontrovers diskutiert. Auch wenn weitgehend Einigkeit trotz des großen Misstrauens herrscht, dass das Vorgehen besser ist als bei der SARS-Pandemie 2002/2003, die über Wochen vertuscht worden war. Hinterfragt wird, ob gerade auf lokaler Ebene immer die volle Wahrheit veröffentlicht wird – besonders in Bezug auf die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch.

Die Regierung nimmt sogar noch weitaus drastischere Maßnahmen vor. So werden Wohnungen von Menschen, die in Wuhan waren verriegelt. Unklar ist, was mit den Bewohnern passiert – wobei diese umstrittene Maßnahmen selbst innerhalb Chinas Kritik auslöst. Das oben gezeigte Video stammt aus dem chinesischen Netzwerk Weibo.

Unternehmen schließen Filialen und Werke

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft nicht nur die Einwohner der Städte in China, sondern trifft auch die Unternehmen anderer Länder immer stärker. Flüge wurden bereits Ende Januar von der Lufthansa und British Airways sowie anderen Fluggesellschaften nach China gestrichen. Es wird auf Geschäftsreisen nach China bzw. in die betroffenen Regionen verzichtet. Der Tourismus in Europa könnte nach ersten Einschätzungen einen Dämpfer erhalten, sollten die zahlreichen Gäste aus Fernost für längere Zeit ausbleiben.

Betriebe und Unternehmen schließen ihre Werke und Filialen. So schloss der schwedische Möbelkonzern vorübergehen rund 50% seiner Warenhäuser in China. Die Angestellten seien gebeten worden, bis auf Weiteres zu Haus zu bleiben, wie es in einer Mitteilung hieß. Von der Ingka-Gruppe werden rund 30 Ikea-Möbelhäuser in China betrieben, in denen knapp 14.000 Menschen beschäftigt sind. Ebenfalls bleiben 74 H&M-Filialen sowie drei Läden der H&M-Tochtermarke Monki aufgrund des Coronavirus geschlossen. Selbst Reisen von Mitarbeitern nach China, innerhalb des Modekonzerns sind laut einer Mitteilung einer Sprecherin des Konzerns gestoppt. Damit halte man sich an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sowie der lokalen Behörden.

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