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Daimler wehrt sich gegen Oberleitungs-Lastwagen auf Autobahnen

Der Nutzfahrzeugbauer Daimler glaubt nicht an die Zukunft von Oberleitungen an deutschen Autobahnen, um Lastwagen im Güterverkehr elektrisch betreiben zu können. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Elektro-Lkw ein flexibles und jetzt schon verfügbares Konzept haben – ohne teure, aufwendige und langwierige Planungsmaßnahmen“, sagte ein Daimler-Sprecher der „Welt“ (Montagsausgabe). „Der elektrische Actros fährt jetzt schon als Prototyp und ab 2021 in Serie.“

Ein Ladesäulennetz für E-Lkw sei leichter aufzubauen, als Autobahnen mit Oberleitungen zu überspannen. Die Verfahren, Straßen mit stromführenden Leitungen auszustatten, sei extrem planungs- und kostenintensiv. Und letztlich sei die Frage offen, wer ein solches Netz betreibe. Der Staat oder die Autobauer kämen dafür kaum in Betracht. Daimler fürchtet deshalb, dass sich der nennenswerte Ausbau eines solchen Trolley-Netzes über viele Jahre hinzieht. Die Bundesregierung hat allerdings bereits drei Teststrecken für Oberleitungslastwagen auf deutschen Autobahnen eingerichtet und wird dabei vom Großteil der deutschen Industrie unterstützt. In einer Handlungsempfehlung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), heißt es: „Die Erprobung der derzeit im Aufbau befindlichen Feldversuche für Oberleitungshybrid-Lkw sollte bei positiven Ergebnissen ab 2020 signifikant erweitert werden.“ Eine Entscheidung für den Bau und kommerziellen Betrieb von Oberleitungen als eine Option für den schweren Straßengüterverkehr soll dabei laut Verband auf Basis der Erprobungsergebnisse und idealerweise in Abstimmung und gemeinsam mit den Europäischen Nachbarstaaten bis spätestens Mitte der 2020er-Jahre fallen. „Auch hier muss die öffentliche Hand in Vorleistung gehen“, fordert der BDI.

Foto: LKW, über dts Nachrichtenagentur

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