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Parship & Elitepartner – zusammen aber dennoch „Single“

2015 standen die online Partnervermittlungen vor einem großen Umbruch, als der britische Investor Oakley Capital die zwei größten deutschen Singlebörsen für mehrere Millionen Euro kaufte. Damit gingen die beiden Online-Datingplattformen „Parship“ und „Elitepartner“ zwar in seine gemeinsame Zukunft, aber blieben dennoch weiterhin „Single“.

Online Datingportale wechseln den Partner

Kaufte der Private-Equity-Investor Oakley Capital erst im Juni 2015 die beiden Dating Plattformen für mehrere Millionen Euro, so kam es bereits ein Jahr später erneut zu einem „Partnerwechsel“ der beiden Plattformen. Trotz der Konkurrenz, die durch Tinder bestand, entschied sich der Medienkonzern ProSiebenSat1 für den Kauf der beiden Singlebörsen, womit dieser sich ein lukratives Geschäft versprach.

ProSiebenSat.1 kaufte für 100 Millionen Euro 50 Prozent der Anteile plus eine Aktie die Parship Elite Group. Bestehende Finanzierungen wurden mit weiteren 100 Mio. Euro von Parship Elite abgelöst, wie der Medienkonzern zu dem Zeitpunkt mitteilt. Der damalige Eigentümer der beiden online Singlebörsen, Oakley Capital blieben jedoch weiterhin an Bord und halten seit dem Zeitpunkt einen Anteil von knapp unter 50 Prozent.

Mit dem Gesamtverkaufspreis dürfte der Finanzinvestor Oakley Capital eines der lukrativsten Investements seiner Geschichte gemacht haben. Denn das eingesetzte Kapital haben die Londoner mit ihrem Ausflug in die deutsche online Dating Branche in nur 16 Monaten um einen stattlichen Faktor von 3,6 („Money Multiple) vervielfacht, wie Oakley selbst ein einer Pressemitteilung in 2016 mitteilte.

Der Medienkonzern ProSiebenSat1 macht nicht halt

Mit dem Mehrheitsanteil an der Parship Group gab sich der Medienkonzern noch nicht zufrieden und übernahm in 2020 eine weitere Singlebörse: Lovooo. Von der Bonner Behörde wurde die Freigabe im Juli 2020 erteilt, da es schließlich auch noch Tinder und Badoo gebe. Somit würden auch nach dem Zusammenschluss der drei Singlebörsen, für genügend Ausweichmöglichkeiten für die Nutzer gesorgt. Darüber sei es ohnehin üblich, dass die Nutzer verschiedene Singlebörsen für die Partnersuche nutzen, so die Begründung des Bundeskartellamtes damals.

Bei der Entscheidung wurde damals auch der geplante Start von Facebook Dating berücksichtigt. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, sah bereits 2016 den Markt des online Datings insgesamt von einem dynamischen Wachstum, Marktzutritten und Wettbewerben gekennzeichnet. Daher sei eine weitere Konzentration diverser Angebot auf dem Markt des Online-Datings hinnehmbar.

Heute ist die Partnersuche online selbstverständlich

2016 hieß es noch abwarten, wie sich der Start in die gemeinsame Zukunft entwickelt. Zwar war bereits vor fünf Jahren die Partnersuche für viele Menschen schon ebenso selbstverständlich wie der das online Shopping, aber dennoch galt das Geschäft als umkämpft.

Eine Statistik aus dem Jahr 2020 zeigt, dass bei einer Umfrage 28 Prozent der Deutschen angab, bereits auf einer online Dating Plattform aktiv gewesen zu sein. Eine feste Partnerschaft oder ein erotischer Kontakt hat sich rund für die Hälfte der User von online Dating Diensten ergeben.

Selbst wenn sich die meisten der Paare auch weiterhin über Freunde und Bekannte kennenlernen, so rangieren die Internet und Dating-App auf Platz zwei der häufigsten Kennenlernenorte. Auch im Marktvolumen macht sich die Beliebtheit der online Dating Dienste bemerkbar. In Deutschland soll der online Umsatz für Dating Service laut einer Prognose bis zum Jahr 2024 auf rund 235 Millionen Euro steigen. Dabei stellt das Marktsegment Partnervermittlung das umsatzstärkste Segment dar.

Alles richtig gemacht – der Markt ist hart umkämpft

Zu den online Dating Anbietern in Deutschland, die am häufigsten kostenpflichtig genutzt werden, zählen Parship, Elitepartner, Badoo und Tinder. Diese Angebote werden laut einer Umfrage von 19 Prozent der Internetnutzer in Anspruch genommen. Die Anzahl der Unique User von Parship betrug im Januar 2021 rund 0,57 Mio. User, während Elitepartner, die zweitgrößte online Partnervermittlung in Deutschland zur gleichen Zeit 0,52 Mio. Unique User verzeichnete. Beide Portale sind ähnlich aufgebaut und unterscheiden sich hauptsächlich in der Zielgruppe.

Damit hat der Medienkonzern ProSiebenSat1 sicherlich alles richtig gemacht, als dieser den Hauptanteil der beiden Dating Börsen übernahm.

Auch das Bundeskartellamt hat sich nicht getäuscht, denn die weiteren Zahlen zeigen wie hart der Markt weiterhin umkämpft ist. So werden die teilweisen kostenlosen Dating-Apps wie Tinder und Badoo in Deutschland von 18 Prozent der Internetnutzer genutzt. Die bekannteste App Tinder verzeichnete im Februar 2021 rund 1,5 Mio. Monthly Active Users (MAU) über iOS und etwas über eine halbe Millionen MAU über Android. Aber auch die alternativen Modelle wie Bumble sind auf dem Vormarsch. In der App ist es lediglich bei heterosexuellen Matches den weiblichen Usern möglich, den Erstkontakt aufzunehmen. So soll dafür gesorgt werden, dass die traditionellen Geschlechterrollen beim Dating durchbrochen werden. Diese Idee zahlt sich aus, denn 2020 verzeichnete Bumble einen Gewinn von über 85 Millionen US-Dollar.

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