Der Steiermark fehlen Käferbohnen

Der Steiermark fehlen Käferbohnen

Der Steiermark fehlen KäferbohnenGraz – Südoststeiermark, damit assoziiert jeder Kenner des Gebietes Obst, Wein, Kürbis und Käferbohnen. Die Region vom steirischen Vulkanland bis hin zur Thermenlinie bietet das ideale Klima für diese Kulturpflanzen, vom Mittelmeerklima beeinflusst, auch illyrisches Klima genannt. Bohnen gehören, ursprünglich aus Amerika stammend, zu den ältesten Kulturpflanzen. Die Herkunft der Käferbohne ist umstritten, sie könnte auch aus Osteuropa in die Steiermark gebracht worden sein, wo sie auch als türkische Bohne bezeichnet wird. Gewiss ist, dass sie seit dem 16. Jahrhundert hier bekannt ist und seit dem 18. Jahrhundert in größerem Rahmen kultiviert wird. Inzwischen ist sie zum Markenzeichen der Region geworden. Sie prägt auch das Bild der Landschaft, denn ihre bis zu 5 Meter hohen Rankhilfen sind weithin sichtbar.

Tonnenweise steirische Spezialität

Auf rund 200 Hektar werden 300 bis 500 Tonnen Käferbohnen geerntet, 90 Prozent der heimischen Gesamtproduktion. Doch die Jahre 2012 und 2013 meinten es nicht gut mit der Pflanze. Es kam zu großen Ausfällen. Estyria, Tochterfirma der Alwera AG, ist spezialisiert auf die Vermarktung von Käferbohnen und Kürbissen, doch nun sind die Vorräte aufgebraucht. Aus der Türkei, wo die Käferbohne ebenfalls im großen Stil kultiviert wird, kann keine Hilfe erwartet werden, denn Hitze und Trockenheit haben die Ernte in diesem Land auf 20 Prozent schrumpfen lassen. Estyria sah sich weiter in der Welt um, und stieß auf China. Chinesische Käferbohnen sollen nun importiert und mit ihnen die Vorratslücken aufgefüllt werden. Noch 2012 ärgerte sich Estyria über die zunehmende Konkurrenz durch China-Importe, Grund genug für das Unternehmen, sich die Steirische Käferbohne als Marke schützen lassen zu wollen. Damals äußerte sich Rosemarie Wilhelm von der Steirischen Landwirtschaftskammer zu den chinesischen Importen: „Aus China werden zunehmend Bohnen exportiert, die der Käferbohne zwar ähnlich sind, aber einen anderen Geschmack haben.“ Ist zu hoffen, dass die gegenwärtige Importware der Steirischen Käferbohne ähnlicher ist.

Ausbau der Anbauflächen

Es ist nun auch die Steirische Landwirtschaftskammer, die für einen Ausbau der Anbauflächen eintritt. Estyria, das Vermarktungsunternehmen wurde 1997 unter dem Namen Steirerkraft Naturprodukte gegründet, vorerst als Produktions- und Vertriebsfirma für Kürbisprodukte. Alwera, das Mutterunternehmen, liefert bis heute die Kürbisrohware. Anfang 2000 folgte die Käferbohne, die es als Naturprodukt in Dosen gibt, aber auch in Form von Käferbohnensuppe.  Estyria beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und erwirtschaftet eine Umsatz von 29 Millionen Euro, davon stammen rund 50 Prozent aus dem Export. Besonders stolz ist das Unternehmen auf einen Bioanteil von 20 Prozent. Mit dem Ausbau der Anbauflächen, kann nicht nur die Produktion erweitert, sondern auch Engpässe in Zukunft vermieden werden, denn die Käferbohne ist eine sehr lagerfähige Hülsenfrucht.

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