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Deutsche Sparer – wem können sie ihr Geld anvertrauen?

Bei den Deutschen ist die Sicherheit in Hinsicht auf die Geldanlage insbesondere hoch im Kurs. Zumeist sind Sparbücher sowie Tagesgeld- und Festgeldkonten die erste Wahl und das obwohl sich die Zinsen seit Jahren auf Niedrig-Niveau befinden.

Rendite für Sicherheit und Flexibilität im Keller

Unsere Großeltern und Eltern lehrten, dass das Geld am besten auf dem Sparbuch aufgehoben ist, um durch die erzielten Zinsen die Kaufkraft zu erhöhen. Heute sieht das anders aus, denn die Zinsen, die es gibt, reichen nicht einmal mehr aus, um die Kaufkraft zu erhalten – die Inflation ist höher. Zudem heißt das Sparbuch heute Tagesgeldkonto. Auf diesem liegt das Geld des Anlegers, dass er voraussichtlich nicht benötigt – der Anleger lässt sein Geld dort ruhen. Auf dem Tagesgeldkonto gibt es bessere Zinsen wie auf dem Girokonto und zudem ist das Geld von diesem getrennt. Tritt der Fall ein, dass das Geld benötigt wird, ist es dem Anleger möglich, dieses von heute auf morgen auf sein Girokonto umzubuchen, um es zu verwenden.

Doch die anhaltenden Niedrigzinsen und die steigende Inflation haben im dritten Quartal einen neuen Rekord in Hinsicht auf den Wertverlust für deutsche Sparer mit sich gebracht. Zwischen Juli und September mussten die Sparer einen realen Wertverlust von 10,8 Milliarden Euro auf ihre Ersparnisse verkraften. Damit liegt der Quartalsverlust, den die Sparer zuletzt erleiden musst, deutlich über dem bisherigen Negativ-Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro. Das ist der Wert, den die deutschen Sparer im zweiten Quartal 2018 abschreiben mussten.

Die Inflation ist zurück

Laut der Comdirect-Studie ist der Haupttreiber für den neuen Negativrekord die zurückgekehrte Inflation. Gegenüber den vorangegangenen Quartalen ist sie mit 2,1 % weiter gestiegen und hat den höchsten Quartalswert seit Ende 2011 erreicht. Zugleich sind die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Sparanlagen im dritten Quartal auf einem historischen Tiefstand mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,18 % geblieben. Im dritten Quartal sind die Zinsen sogar gegenüber den vorangegangenen Quartalen nochmals leicht gesunken. Zwischen Juli und September lagt der Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation bei minus 1,92 % und das stellt ein neues Rekordtief dar.

Es führt kein Weg an Aktien vorbei

Ein Teil des ersparten sollte stets kurzfristig verfügbar sein, das ist durchaus sinnvoll. Die Sparer sollten allerdings bedenken, dass der Preis für diese Flexibilität letztendlich ein schleichender Wertverlust ist. Dies erklärte der Comdirect-Vorstandsvorsitzende Arno Walter. Dies wird vor allem deutlich, in der langfristigen Betrachtung: Die deutschen haben seit Ende 2010 insgesamt 102,2 Milliarde Euro verloren, da sie ihr Geld in Sparprodukte investierten, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate lag. Der Vorstands-Vorsitzende appelliert an die Sparer, ihr Anlageverhalten zu verändern und das schnellstens. ER erklärte, dass die Sparer genau überlegen sollen, welchen Anteil des Ersparten sie für unerwartete Ausgaben verfügbar halten müssen. Zudem sollten die Anleger überprüfen, wie oft sie diesen Teil benötigt haben. Der Rest sollte in einen langfristigen Vermögensaufbau investiert werden. Laut Walter führt an den Wertpapieren in der aktuellen Nullzinsphase kein Weg vorbei.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Der Mensch gewöhnt sich an alles. Eine Umfrage des Bankenverbandes ergab, dass zweidrittel der Deutschen noch nie ihre Bank gewechselt haben. Und das obwohl die Vorteile offenkundig sind: geringere Kosten, besserer Service, neue Bezahlmethoden oder kostenlose Kreditkarten. Es ist nichts Neues, dass die Deutschen Sparer gern alles beim alten lassen. Das Sparen ist sicher und vertraut. Das Problem ist, dass die Sparer häufig davon berichten, dass sie sich nicht mit anderen Geldanlagen auskennen oder ihrem Bankberater oder dem Finanzberater nicht vertrauen. Die Aktien-Investments beispielsweise erscheinen ihnen schleierhaft. Doch auf den zweiten Blick ist es nicht so schwer aktiv zu werden.

Kein Sparer oder Anleger sollte Aktien ausklammern, denn die von großen Unternehmen versprechen langfristig attraktive Renditen. So zum Beispiel der DAX. Der Leitindex enthält die Aktien der 30 größten börsennotierten deutschen unternehmen. Eingeführt wurde er 1988 und wurde rückwirkend für den 31.12.1987 auf 1.000 Indexpunkte normiert. 30 Jahre später zeigt das Barometer mehr als 12.000 Punkte. Das bedeutet dass der DAX heute Zwölfmal so viel Wert ist, wie bei seiner Einführung vor 30 Jahren.

Digitale Geldanlage – die alternative zur klassischen Vermögensverwaltung

Die Postbank Digitalstudie 2018 zweigt auf, dass der Erfolg der Robo-Advisor Anbieter bisher ausgeblieben ist.  Vor allem die konservativen Anleger üben sich in Zurückhaltung dieser Anlage-Angebote. Denn der größte Teil entscheidet sich noch immer, für die Geldanlage und Beratung über die Hausbank. Trotzdem erblickten in den letzten Jahren zahlreiche Robo-Advisor das Licht der Anlagewelt. Hier findet sich beispielsweise ein guter Überblick zum Robo-Advisor aus dem Hause Sarasin „Whitebox Erfahrungen: Portfolios auf der Basis von Strategie und Objektivität“.

Robo-Advisor stellen eine Alternative zu der klassischen Vermögensverwaltung dar und richten sich an die Kunden, die bisher die Vermögensverwaltung der Bank nutzen, also bereits über ein gewisses Vermögen verfügen. Doch diese digitalen Vermögensverwalter sprechen noch eine Zielgruppe an: die Anleger, die aufgrund zu hoher Mindestkapitalanforderungen nicht in der Lage sind, eine klassische Vermögensanlage zu nutzen. Das Angebot der Robo-Advisor richtet sich damit ganz bewusst an die Kleinanleger, die nicht mit den Zinsen ihres Tagesgeldes zufrieden sind und die gern ihr Vermögen „gewinnbringend“ investieren möchten.

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