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Deutsche Werften schmieden bei Rüstungsprojekt „MKS 180“ Allianz

Im Rennen um den bislang größten Rüstungsauftrag der deutschen Marine-Geschichte ist möglicherweise eine Vorentscheidung gefallen. German Naval Yards Kiel (GNYK) holt für die Bewerbung um den Großauftrag zum Bau von sogenannten Mehrzweckkampfschiffen des Typs „MKS 180“ die ebenfalls in Kiel ansässige Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) mit ins Team, berichtet am Dienstag das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. TKMS wird demnach Unterauftragnehmer bei der Entwicklung und Konstruktion der Schiffe.

GNYK-Geschäftsführer Jörg Herwig bestätigte dem RND auf Anfrage den Abschluss eines entsprechenden Kooperationsvertrages. Der Großauftrag hat ein Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro für den Bau von zunächst vier Fregatten. Zwei weitere Schiffe können optional folgen. „Mit der Kooperation machen wir deutlich, dass wir den Wettbewerb gewinnen wollen. Wir sind dazu als Generalunternehmer jetzt optimal aufgestellt“, sagte Herwig dem RND. Mit dieser Kooperation gebe es nun eine Wertschöpfung für Deutschland von nahezu hundert Prozent. GNYK steht als letzter verbliebener deutscher Generalunternehmer in Konkurrenz zum niederländischen Werftenkonzern Damen. Das Kieler Unternehmen beschäftigt zurzeit nach eigenen Angaben 450 Mitarbeiter und wird künftig auch die infolge der Kooperation entsandten Ingenieure von TKMS koordinieren. Sollte die Kieler Werft am Ende den Zuschlag des Bundesverteidigungsministeriums erhalten, würden die Schiffe komplett in Deutschland entwickelt, konstruiert und gebaut. Bei Waffen- und Führungssystemen nutzt GNYK nach Informationen des RND auch das Know-how des renommierten US-Konzerns Alion. Die europaweite Ausschreibung der Bundesregierung läuft noch bis zum Ende dieses Jahres. Die geplanten Schiffe sollen größer sein als alle bisherigen Bundeswehr-Fregatten und Ziele in der Luft sowie über und unter Wasser bekämpfen können. Die Mehrzweckkampfschiffe mit einer Besatzung von 180 Soldaten gelten als neues Herzstück der deutschen Marine. Mit einer Entscheidung der Bundesregierung wird im ersten Quartal 2019 gerechnet. Die Regierungskoalition in Berlin signalisiert Unterstützung. „Überwasserschiffbau ist laut Koalitionsvertrag nationale Schlüsseltechnologie. Deshalb wäre es zu begrüßen, die Fähigkeiten und Arbeitsplätze in Deutschland zu halten“, sagte der SPD-Verteidigungspolitiker Thomas Hitschler dem RND.

Foto: Verteidigungsministerium, über dts Nachrichtenagentur

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