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Deutschland schiebt mehr Asylbewerber in andere EU-Länder ab

Deutschland führt verstärkt Asylbewerber in andere EU-Mitgliedsländer wie Italien oder Schweden zurück. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres brachten die Behörden fast 4.100 Flüchtlinge in den Staat zurück, der laut europäischem Recht für das jeweilige Asylverfahren zuständig ist, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Aufs Jahr hochgerechnet würde dies fast 10.000 sogenannte Dublin-Überstellungen ergeben.

Im gesamten vergangenen Jahr waren es lediglich 7.100 Fälle gewesen. Offenbar sehen die deutschen Behörden auch genauer hin, ob sie ein anderes EU-Land für zuständig halten und fragen es wegen einer Rücknahme an. Dies war von Januar bis Mai dieses Jahres bei 38 Prozent aller Asylverfahren der Fall, deutlich mehr als in den Vorjahren: 2017 sahen die Behörden in nur knapp jedem dritten Verfahren andere EU-Staaten als zuständig an, 2016 sogar nur in jedem 13. Fall. Die meisten Ersuchen, gut 9.200, gehen an Italien, fast 1.400 Menschen wurden dorthin abgeschoben. Die Innenexpertin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, sagte, die neuen Zahlen seien keine gute Nachricht. Die „Zwangsumverteilungen“ im Dublin-System seien „inhuman und ineffektiv – sie werden auch in Zukunft nicht funktionieren“.

Foto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur

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