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Die Angst vor Stromknappheit geht um

StromBerlin – Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts, dass bis 2022 auch das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden solle, geht die Angst vor Stromknappheit um. Ein höherer Strompreis und die Angst vor Ausfällen sind sichtlich der Preis für die Energiewende. Zunächst hieß es seitens der Bundesnetzagentur, dass bei einem zu schnellen Umstieg tatsächlich bereits im kommenden Winter Engpässe auftreten könnten, speziell in Süddeutschland. Von den 17 Atomkraftwerken gingen bisher bereits acht, die ältesten, vom Netz. Die Gesamtleistung der 17 Atomkraftwerke betrug 20.500 Megawatt, das entspricht 20,5 Gigawatt. Das Abschalten der acht Kraftwerke stellt eine Einbuße von 8,5 Gigawatt dar. Die Atomkraftwerke Krümmel, Biblis B und Brunsbüttel sind jedoch bereits vor der Entscheidung des Bundeskabinetts vom Netz gegangen, das bedeutet, dass die Einbuße nach dem Entschluss zum Umstieg real bei rund 5 Gigawatt liegt.

Fachleute uneinig

Die Meinung über die Auswirkung zeigt sich in den Fachkreisen unterschiedlich. Die Verluste, so das Umweltbundesamt, würden durch bestehende Reserven von 10 Gigawatt aufgefangen. Es wurde die Bereithaltung von Kraftwerken für den Ernstfall in Erwägung gezogen, das heißt, Kraftwerke würden nicht zur Gänze abgebaut, sondern für den Ernstfall bereitgehalten. Das Umweltbundesamt schätzt diese sogenannten Kaltreserven auf 1,6 Gigawatt, also 1.600 Megawatt. Die Bundesnetzagentur schätzt sie jedoch auf nur 520 Megawatt. Um durch den kommenden Winter zu kommen, seien aber 1.000 Megawatt notwendig. Martin Kurth von der Bundesnetzagentur warnte deshalb bis vor kurzem vor Engpässen, sollte der Winter sehr kalt und lang werden. Besonders kritisch würde es, wenn Sonne und Wind länger ausblieben. Besonders für Süddeutschland stellte er negative Prognosen.

Entwarnung?

Am jüngsten Energiekongress in München gibt Jochen Homann von der Bundesnetzagentur jedoch leichte Entwarnung: „ Die Lage ist angespannt, aber wir halten sie für beherrschbar.“ Die tatsächlich inzwischen gesicherte Winterreserve liege bi 2.500 Megawatt. Für ihn steht auch fest, dass die bisher getätigten Abschaltungen nicht ins Gewicht fallen. Kritischer sieht er die Entwicklung für die Zukunft. Er denkt dabei an den Winter 2015/2016: „Was passiert, wenn das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht und die Strombrücke durch Thüringen nicht fertig wird?“ Die Brücke ist wesentlich, um den Strom von der Küste in die Industriezonen und in den Süden bringen zu können. Er fordert deshalb einen raschen Ausbau der Stromtrassen und somit die Anbindung an die Windparks. Das Beschaffen und Erhalten der Reserven kostet Geld. Die Kosten wird der Endverbraucher mittragen müssen. Die Teuerung ist jedoch auch durch den Stromimport bedingt. Es wird mehr Strom importiert als exportiert. Allein aus Tschechien ist seit dem Atomausstieg die Einfuhr um 41 Prozent gestiegen, aus Frankreich um 58 Prozent.

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Ein Kommentar

  1. Nachtigall ick hör dir trapsen…
    Wollen die Stromanbieter hier ein bißchen Panik verbreiten, um Strompreiserhöhungen zu rechtfertigen?

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