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Die Betriebshaftpflichtversicherung – Pflicht oder eher unsinnig?

Immer wieder stellen sich Existenzgründer eine Frage: Ist es Pflicht, eine Betriebshaftpflichtversicherung abzuschließen, oder nicht. Diese Frage ist mit einem „nein“ zu beantworten, da es keine gesetzliche Vorgabe gibt, eine solche Versicherung abzuschließen. Allerdings gibt es für einige Berufsgruppen im Rahmen der beruflichen Haftpflichtversicherung eine Pflichtversicherung.

Die betriebliche Haftpflicht – die Grundsicherung für Unternehmen

Aufgrund der selbstständigen Tätigkeit sind Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer erheblichen Risiken ausgesetzt. Nicht nur dass sie täglich um Aufträge und Einnahmen kämpfen müssen, sondern sie haften ebenfalls für die von ihnen ausgeführten Arbeiten.

In Deutschland haften die Unternehmen für die Leistungen, die sie erbringen! Das gilt nicht nur für den handwerklichen Bereich und die erbrachten Dienstleistungen, sondern auch für hergestellte Produkte. Tritt der Fall ein, dass jemand oder etwas zu Schaden kommt, dann wird der Unternehmer dafür haftbar gemacht. Das bedeutet, er muss den Schaden regulieren. Je nachdem wie hoch der Schaden ausfällt, kann das erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen. Besonders Personenschäden können bis in den Millionenbereich reichen. Ein jeder Schaden, der reguliert werden muss und den ein Selbstständiger übernimmt, ist eine Bedrohung seiner Existenz. Eben um sich davor zu schützen, gibt es die Haftpflicht der AXA Versicherung.

Keine Pflichtversicherung, aber dennoch sinnvoll

Auch wenn in Deutschland keine gesetzliche Pflicht besteht, so ist es dennoch sinnvoll das Unternehmen gegen Ansprüche Dritter abzusichern. Für Unternehmen sieht das Versicherungsrecht, ebenso wie für freiberuflich tätige Personen bestimmte Mindestdeckungen im Schadensfall vor. Bei der Betriebshaftpflicht gelten folgende Deckungen:

  • Personenschäden: 2 Millionen Euro
  • Sachschäden: mind. 1 Millionen Euro
  • Vermögensschäden: mind. 100.000 Euro

Dabei handelt es sich ausschließlich um die vorgeschriebenen Mindestsummen. Unternehmen die eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen, sollten mit dem Versicherer höhere Deckungen vereinbaren. Der Grund ist, dass die betriebliche Haftpflicht bzw. Gewerbeversicherung alle finanziellen Risiken abdecken sollte. Dazu zählen ebenfalls die Fehler, die Mitarbeiter begehen.

Zwischen Betriebs- und Berufshaftpflicht gibt es einen Unterschied

Viele setzen die Betriebs- und Berufshaftpflicht gleich, doch das ist nicht richtig. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Versicherungen, von denen verschiedene Risiken abgedeckt werden.

Betriebshaftpflichtversicherung Berufshaftpflichtversicherung
Deckt alle Schäden ab, die ein Dritter durch das Unternehmen erleidet, wie:

·      Personenschäden

·      Vermögensschäden

·      Sachschäden

Des Weiteren sind Schäden versichert, die den Mitarbeitern schaden. Diese Versicherung wird den produzierenden Unternehmen sowie Dienstleistern angeboten.

Diese Versicherung ist nur für einzelne Berufsgruppen interessant. Für einige ist die Berufshaftpflicht sogar eine Pflichtversicherung:

·      Hebammen

·      Anwälte

·      Krankengymnasten

·      Steuerberater

Prinzipiell ist hier nur der Versicherungsnehmer geschützt.

Wie hoch fallen die Kosten für die gewerbliche Haftpflichtversicherung aus?

Besonders die Existenzgründer und Start-ups zögern den Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung heraus. Der Grund dafür sind die anfallenden Versicherungsbeiträge. Doch ein Blick auf die Kosten zeigt, dass diese variabel sind und die Kleinbetriebe mit anderen Beiträgen zu rechnen haben, als ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern.

Entscheidend ist grundsätzlich, wie das Risiko durch den Versicherer bewertet wird, das von dem Versicherungsnehmer ausgeht. Eben das ist von Branche zu Branche unterschiedlich. So werden bei einer Betriebshaftpflicht für einen Gastronomen ganz andere Beiträge eingeschlossen, wie bspw. bei einem Notar. Zudem sind die Beiträge von der Mitarbeiterzahl und dem Standort abhängig.

Doch es lohnt sich, mit der Versicherung in Verhandlung zu treten, da es keine pauschalen Preise für die gewerbliche Absicherung geht. Vor allem Neukunden erhalten bessere Konditionen, denn vor allem bei Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit liegen die Einnahmen etwas niedriger. Somit ist es möglich, die tariflichen Bedingungen an die Situation anzupassen.

Die Betriebshaftpflichtversicherung im Ausland

Unternehmen, die nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern ebenfalls im Ausland geschäftlich unterwegs sind, sei es innerhalb der EU oder weltweit, wo sie direkte oder indirekt Exporte, Montage-, Reparatur- und Wartungsarbeiten ausführen, sollten beim Abschluss darauf achten, dass diese Leistung im Vertrag enthalten ist. Das gilt auch für die Teilnahme an Messen oder Ausstellungen.

Nicht selten kommt es dazu, dass Personen für eine bestimmte Zeit ins Ausland gesandt werden und Schäden können überall auf der Welt passieren. Aus diesem Grund sollten Unternehmen beim Abschluss einer Gewerbehaftpflichtversicherung darauf achten, dass sie auch im Ausland über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen.

Schäden durch grobe Fahrlässigkeit – sind diese versichert?

Die Sach- oder Personenschäden, die aus Unachtsamkeit des Mitarbeiters oder des Firmeninhabers passiert, sind besonders wichtig. Schnell kommt es zu einem Moment der Unachtsamkeit (Fahrlässigkeit) und mit diesem Moment steht die finanzielle Existenz des Unternehmens bzw. des Unternehmers auf dem Spiel. Es gibt durchaus Versicherer, die auch bei grober Fahrlässigkeit Versicherungsschutz bieten.

Betriebshaftpflichtversicherung: Pflicht oder nicht, jedes Unternehmen sollte sie haben

Bei der Betriebshaftpflicht handelt es sich um einen Pendant zur privaten Haftpflichtversicherung und sie wird auf dem Markt zu Recht als eine der wichtigsten Versicherungen angesehen. Es besteht keine Pflicht, eine Betriebshaftpflicht abzuschließen. Aber diese Versicherung ist eine gute Absicherung für das Unternehmen selbst und die Betriebsangehörigen, um von Ansprüchen Dritter freigestellt zu werden. Denn unabhängig von der Rechtsform, der Größe oder Branche: Unternehmen haften grundsätzlich für die Schäden, die an Personen, Gegenständen oder Vermögen Dritter entstehen. Das ist von Seiten des Gesetzgebers vorgegeben.

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