Die SBB arbeiten an der Bahn der Zukunft

Schweizerische BundesbahnenBern – Seit 1999 sind die Schweizer Bundesbahnen aus der Bundesverwaltung ausgegliedert. Sie bilden eine eigene Aktiengesellschaft, deren Aktien sich ausschließlich im Besitz der Eidgenossenschaft befinden. Dabei sind vier Bereiche zu unterscheiden: Personenverkehr, Güterverkehr, Infrastruktur und Immobilien. Im Jahr 2012 wurden 354 Millionen Reisende auf einem Streckennetz von 3.038 Kilometern Normalspur befördert.  Dabei verwaltet die Bundesbahn über 800 Bahnhöfe, davon rund 250 mit Güterverkehr. Über 25.000 Parkfelder stehen an den Bahnhöfen den Reisenden dabei für ihre Autos zur Verfügung. Mit einem Personalstand von über 29.000 Mitarbeitern konnte ein Umsatz von 8,2 Milliarden Schweizer Franken erzielt werden. Die Reisepünktlichkeit liegt bei 88 Prozent, doch damit sind die Schweizer Bundesbahnen noch nicht zufrieden. In Zukunft soll den Reisenden ein Mehr an Service zur Verfügung gestellt werden.

Mobilität 2025

Mitarbeiter des Gottlieb Duttweiler Instituts haben im Rahmen eines Workshops zusammen mit SBB Strategen ein Papier erarbeitet, Mobilität 2025. Davon ausgehend, dass die Bahn in Zukunft stärker den individuellen Bedürfnissen der Fahrgäste entgegenkommen müsse, wurden verschiedene Konzepte erarbeitet. So könnte durchaus bis 2025 ein Fitness-Wagen oder einen Chill-out-Wagen den Reisenden zur Verfügung stehen. Für Pendler ein Chill-out-Getränk auf der Heimfahrt von der Arbeit sorgt für erholsame Entspannung. Wer es lieber mit Yoga versuchen möchte, könnte durchaus auf der Matte im Fitness-Wagen auf seine Kosten kommen. Das Café als Service ist ohnehin schon beinahe Selbstverständlichkeit. Wer in Zukunft eine Reise macht, egal ob Kurz- oder Langstrecke, kann, sich durch eines der neuen Angebote, ganz nach seinem persönlichen Geschmack, die Zeit vertreiben und die Zugfahrt genießen.  Zugfahren wird jedoch teurer, doch dafür wird es mehr Komfort und mehr Service geben. Die Experten glauben, dass sich Individualverkehr und Öffentlicher Verkehr vermischen werden und sich niemand mehr eindeutig als Pkw-Nutzer oder Nutzer von Öffentlichen Verkehrsmitteln definieren werde. Aus diesem Grund müsse auch das Angebot den Ansprüchen und Bedürfnissen angepasst werden. Durchaus sind deshalb auch Wagen als mobile Büros denkbar.

Höhere Beteiligung an Mobilitätskosten

Mit einer Teuerung der Bahnkosten ist bis 2025 mit Sicherheit zu rechnen, doch gehen die Experten davon aus, dass sich die Verkehrsteilnehmer stärker an den Mobilitätskosten beteiligen werden, das betrifft auch den Straßenverkehr. Im Papier Mobilität 2025 wurde ein Punktesystem diskutiert. Die Bezahlung erfolgt durch Punkte. Punkte könnten etwa erworben werden durch das Anbieten einer Fahr- oder Mitfahrleistung. Gesammelte Punkte könnten dann beim Kauf des Bahntickets eingelöst werden. Die höheren Kosten, so die Expertenrunde, würden sich auch positiv auf die Siedlungsentwicklung nach innen auswirken. Viele Menschen könnten sich dann das Haus im Grünen nicht mehr leisten. Siedlungsflächen würden besser genutzt, das Verkehrssystem unterstütze diese Entwicklung.

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