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DIW-Studie: Geschlechter-Rollenverteilung immer noch sehr ungleich

Bezahlte und unbezahlte Arbeit ist in Deutschland noch immer sehr ungleich zwischen Männern und Frauen verteilt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum Frauentag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten. Frauen verbringen deutlich mehr Zeit mit unbezahlter Hausarbeit und Kinderbetreuung als Männer, die dafür mehr Stunden erwerbstätig sind als Frauen.

Doch auch an Sonntagen leisten Frauen deutlich mehr unbezahlte Arbeit. „Nicht nur unter der Woche ist die Aufteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung zwischen Männern und Frauen ungleich. Werktags wird diese Ungleichverteilung häufig mit Unterschieden im Erwerbsumfang begründet, an Sonntagen ist dieses Argument wenig überzeugend“, sagte die Autorin Claire Samtleben den Funke-Zeitungen und bezog sich dabei auf Daten für Paarhaushalte des Sozi-Oekonomischen Panels. Das Gesamtvolumen von bezahlter und unbezahlter Arbeit an Wochentagen ist laut Untersuchung bei Männern und Frauen mit circa elf Stunden in etwa gleich, wobei Frauen mehr unbezahlte und Männer mehr bezahlte Arbeit leisten. An erwerbsfreien Sonntagen leisten Frauen durchschnittlich 1,5 Stunden mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Außerdem übernehmen Frauen vorwiegend Arbeiten im Haushalt, die häufig und regelmäßig anfallen (Wäsche, Abholen der Kinder, Besorgungen). Männer erledigen eher seltener und unregelmäßig auftretende Arbeiten wie Rasenmähen oder Bohren. In Paarhaushalten ohne Kinder verbringen Frauen wochentags doppelt so viel Zeit mit Kochen, Putzen und Wäschewaschen wie ihre männlichen Partner. Bei Paaren, deren jüngstes Kind bis zu sechs Jahre alt ist, bringen Frauen sogar dreimal so viel Zeit für diese Tätigkeiten auf (zwei Stunden und 23 Minuten versus 47 Minuten). Das DIW hat auch die zeitliche Entwicklung betrachtet. So verbrachten Frauen im Jahr 1992 an einem Werktag rund drei Stunden mit Kochen, Putzen und Wäsche waschen, 2016 waren es nur noch etwa zwei Stunden. Doch die Zeit, die Männer in den Haushalt investieren, ist nicht besonders angestiegen: 1992 investierten Männer 35 Minuten täglich in Kochen, Putzen und Wäschewaschen – ein vergleichsweise geringer zeitlicher Aufwand, der in den vergangenen 25 Jahren auf 52 Minuten angestiegen ist.

Foto: Junges Paar, über dts Nachrichtenagentur

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