Am Anfang steht immer eine gute Idee. Ob sie aber tragfähig ist, ein Unternehmen darauf zu begründen, hängt von vielen Faktoren ab. Vor drei Jahren bildete sich das „Innovationslabor“, um Geschäftsvorhaben aus dem Hochschul-Umfeld zu fördern und so Innovationsträger im Raum Dortmund anzusiedeln. Eine Erfolgsgeschichte.
Mit der Idee, alte Gummireste zu innovativen Kunststoffen zu verarbeiten, feiert z.B. die Dortmunder „Ruhr Compounds GmbH“ seit 2011 Erfolge: Im Juni 2013 zählte das renommierte Magazin „WirtschaftsWoche“ das junge High-Tech-Unternehmen zu den 20 spannendsten Start-ups Deutschlands. Das Team um Dr. Holger Wack, Damian Hintemann und Nina Kloster hat die Unterstützung durch Innovationslabor und start2grow-Gründungswettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund gut genutzt.
Ökologisch, wirtschaftlich, einzigartig
Heute stehen sie vor der Markteinführung ihrer Materialien. Bisher gibt es kein vergleichbares Konzept zur Verwertung von Gummiresten. Schon jetzt lassen sich bis zu 75% recyceltes Material in die neuen Kunststoffe einarbeiten. Das Ergebnis: Weniger Rohstoffkosten, erhöhte Materialeffizienz – und die Kooperation mit Industriepartnern.
„Drei Jahre Innovationslabor haben deutlich gemacht, wieviel Potenzial in den Start-ups der Region steckt.“ Stefanie Gerszewski, Projektkoordinatorin Innovationslabor bei der Wirtschaftsförderung, ist beeindruckt. „Ihre Begleitung und Förderung wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. Hier müssen sich Wirtschaftsförderungen, Technologiezentren und Hochschulen dauerhaft engagieren.“
Dazu hatten sie das Innovationslabor als effektives Qualifizierungsprogramm gestaltet. Die Technische Universität Dortmund organisierte maßgeschneiderte Seminare. Die Wirtschaftsförderung vermittelte Mentoren aus der Industrie. Die Technologiezentren in Dortmund, Hamm und Lünen boten „Innovationsworkshops“. Hinzu kamen Themenabende, etwa zu Fragen wie: „Welche Risiken und Chancen bergen Geschäftsbeziehungen mit Großkonzernen für junge Unternehmen?“
Innovationen wachsen
Eugen Barteska von „b-interaktive“ sitzt mit Fernsehsendern und Spieleanbietern an einem Tisch. Hier geht es um „Mensch ärgere Dich nicht“ und Kniffel oder aber Benjamin Blümchen: Seit 2011 werden in Schwerte aus Traditionsspielen „Games“ für Smartphone und Tablet. Schon 20 Millionen Nutzer weltweit spielen, was die 25 Mitarbeiter fürs Internet aufbereiten – im Ruhrgebiet inmitten der europaweit größten Zentralisierung von Mobilfunkanbietern und in einer polnischen Niederlassung. Der Newcomer konzipiert zudem mobile Fernsehfunktionen und liefert z.B. die Lieblingssendung zu jeder Zeit an jedem Ort aufs mobile Endgerät oder von dort auf den Großbildschirm.
Volker Köster und Andreas Lewandowski von der „comnovo GmbH“ beendeten das Innovationslabor 2012: „Gerade im Controlling haben wir viel gelernt. Eine gute Idee wird in Dortmund von vielen Seiten unterstützt und gefördert“, sagen sie. Mit ihrem Unfall-Warnsystem D²Sense, das Personenerkennung auch im dicksten Baustellen-Staub ermöglicht, ist comnovo international unterwegs und bereits mit Deutschlands höchst dotiertem Arbeitsschutzpreis ausgezeichnet.
Insgesamt 34 neue Entwicklungen oder Dienstleistungen gingen in drei Jahren Innovationslabor an den Start, um sich zur Marktreife zu entwickeln. Beim Abschlussabend im Dezember präsentierten sich die Teams aus der jüngsten Runde: Die künftige „ION-GAS“ etwa kann mit einem analytischen Detektor Drogen in der Atemluft aufspüren und will damit in Sucht-Kliniken und bei Drogenkontrollen zum Einsatz kommen.
