Würzburg, 27. Januar 2025 – Gegen 7:30 Uhr ereignete sich in der Innenstadt von Würzburg ein folgenschwerer Unfall im Straßenbahnverkehr. Drei Straßenbahnen kollidierten an einer vielbefahrenen Kreuzung, was zu erheblichen Schäden und vier Verletzten führte.
Augenzeugenberichte schildern ein dramatisches Geschehen: Die erste Bahn fuhr mit hoher Geschwindigkeit in den Kreuzungsbereich ein, als plötzlich eine zweite Bahn von der Seite kommend in sie krachte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die erste Bahn aus den Gleisen geschleudert und kollidierte anschließend mit einer dritten Straßenbahn, die gerade in den Kreuzungsbereich einfuhr.
Rettungskräfte im Großeinsatz
Sofort wurden Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei alarmiert. Innerhalb kürzester Zeit trafen zahlreiche Einsatzfahrzeuge am Unfallort ein. Die Verletzten mussten aus den deformierten Straßenbahnwagen befreit werden. Insgesamt vier Menschen erlitten teils schwere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Der Straßenbahnverkehr musste für die Dauer der Bergungsarbeiten und Unfallaufnahme komplett eingestellt werden. Stattdessen wurden Busse zur Überbrückung der gesperrten Strecken eingesetzt. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen, als Fahrgäste die Straßenbahnen verlassen mussten und auf Ersatzbusse umsteigen mussten.
Ursachenermittlung läuft
Die genauen Umstände des Unfalls sind noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, um die Unfallursache zu klären. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte möglicherweise ein technischer Defekt an einer der Bahnen oder ein Fehler des Fahrpersonals zu dem Zusammenstoß geführt haben.
Auch die Frage, ob Signalstörungen oder Probleme mit der Infrastruktur eine Rolle gespielt haben, wird von den Ermittlern überprüft. Experten des Technischen Hilfswerks und der Verkehrsbetriebe unterstützen die Polizei bei der Spurensicherung und Rekonstruktion des Unfallhergangs.
Schwierige Bergungsarbeiten
Die Bergung der ineinander verkeilten Straßenbahnen gestaltete sich äußerst kompliziert. Schweres Bergegerät musste angefordert werden, um die Fahrzeuge voneinander zu trennen. Erst nach stundenlanger Arbeit konnten die Verletzten aus den Trümmern geborgen und abtransportiert werden.
Große Behinderungen im Stadtverkehr
Der Unfall hatte massive Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt von Würzburg. Neben der Sperrung der Straßenbahnstrecke mussten auch umliegende Straßen für den Autoverkehr gesperrt werden. Pendler und Anwohner mussten sich auf erhebliche Behinderungen und Verzögerungen einstellen.
Die Verkehrsbetriebe richteten zwar einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein, doch auch dieser kam aufgrund der Straßensperrungen nur langsam voran. Viele Fahrgäste mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder auf alternative Fortbewegungsmittel wie Taxis oder private Pkw ausweichen.
Ermittlungen zur Unfallursache
In den Tagen nach dem Unfall konzentrierten sich die Ermittlungen darauf, die genaue Ursache für den Zusammenprall der drei Straßenbahnen zu klären. Neben technischen Überprüfungen der Fahrzeuge und der Infrastruktur wurden auch die Funkprotokolle der Fahrer ausgewertet und Zeugenaussagen eingeholt.
Die Polizei schloss einen menschlichen Fehler als Hauptursache nicht aus. Möglicherweise hatte einer der Fahrer einen Fehler bei der Einfahrt in die Kreuzung gemacht oder falsch auf Signale oder Anweisungen der Leitstelle reagiert. Auch ein technischer Defekt an einer der Bahnen, etwa ein Bremsversagen, konnte laut den Ermittlern nicht ausgeschlossen werden.
Sicherheitsüberprüfung des Straßenbahnnetzes
Nach dem schweren Unfall ordneten die zuständigen Behörden eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des gesamten Würzburger Straßenbahnnetzes an. Experten vom Tüv, der Verkehrsbetriebe und unabhängige Gutachter sollten alle Fahrzeuge, Gleisanlagen und Sicherheitssysteme unter die Lupe nehmen.
Ziel war es, mögliche Schwachstellen im System zu identifizieren und schnellstmöglich Verbesserungen umzusetzen. Die Verantwortlichen wollten so das Vertrauen der Fahrgäste in die Sicherheit des Nahverkehrs wiederherstellen und weitere Unfälle dieser Art verhindern.
