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„Du bist was du isst“ – warum falsche Ernährung krank macht

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Ernährungsweise einen starken Einfluss auf die Gesundheit hat. Menschen die sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg falsch ernähren, werden mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später unter einer oder mehreren der ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten leiden, wie bspw. Gebissverfall, Rheuma, Herzinfarkt, Diabetes oder Leberschaden. Nun möchte niemand dem anderen den Appetit verderben und die Lust am Essen und Genießen nehmen. Aber Aufklärung kann durchaus dazu beitragen, dass der Mensch sich gesund ernährt.

Die Wechselwirkung von Rezepturen, Prozessen & Produkteigenschaften

Hilfreich ist hier vor allem die Lebensmittelforschung, denn die Art der Ernährung ist essenziell wichtig für die Gesundheit der Menschen. Die Forscher vom Fraunhofer-Institut untersuchen und bewerten die physiologische Wirksamkeit spezieller Nahrungsmittel und Lebensmittelzusätzen. Des Weiteren werden neue Verarbeitungsmöglichkeiten entwickelt und ebenso maßgeschneiderte Lebensmittel und funktionelle Zutaten.

Dabei ist der Austausch von tierischen Zutaten wie Ei- und Milchprotein durch pflanzliche Zutaten ebenso ein Schwerpunkt wie die Entwicklung von Methoden zur Texturierung pflanzlicher Lebensmittel. Durch diese Forschung ist es dem Institut möglich, das nutritive Profil der Lebensmittel zu verbessern. Dieses ist immens wichtig, wie viele Studien aufzeigen.

Gesunde Ernährung = gesunde Abwehr von Krankheiten

Doch nicht nur das Fraunhofer-Institut beschäftigt sich mit der Lebensmittelforschung und -Entwicklung. So ergab eine weltweite Studie, dass die Auswirkungen von Junk Food & Co. weitaus größer sind, als vermutet.

Zu stark verarbeitet, zu viel Salz oder zu viel: Weltweit spielte eine ungesunde Ernährung weltweit bei jedem fünften Todesfall in 2016 eine entscheidende Rolle. Die ergab eine weltweite Studie, die von der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Laut der Studie steigt das Risiko, wenn bspw. zu wenig Nüsse, Obst und Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen oder der Salzkonsum zu hoch ist. Dies kann unter anderem ein Auslöser für zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Übergewicht sein.

Christopher Murray vom Institut für Gesundheitsevaluation der Universität von Washington in Seattle (USA) betonte das dies auch für psychische Leiden gelte, wie bspw. Suchterkrankungen und Depressionen. Der Studie zufolge waren davon 2016 insgesamt 1,1 Milliarden Menschen weltweit betroffen.

Knapp drei Viertel aller Todesursachen in 2016 wurden auf nicht ansteckende Krankheiten zurückgeführt. Der Statistik zufolge nahmen in zahlreichen Ländern die Herzerkrankungen zu, aber auch Diabetes. In 2016 starten an den Folgen der Diabeteserkrankung 1,43 Millionen Menschen – das entspricht 31,1 % mehr im Vergleich zu 2006. Des Weiteren unterstrich die Studie die Tatsache, dass falsche Ernährung und Bewegungsmangel zum Typ 2-Diabetes beitragen. Infolge des Rauchens starben fünfmal so viel Menschen (7,1 Millionen) 2016.

Die Gesundheitsexperten verzeichnen im Kampf gegen einige Infektionskrankheiten große Erfolge und darunter vor allem bei AIDS und Malaria. Im Gegensatz dazu nahmen die Todesfälle durch Dengue-Fieber – einer von Stechmücken übertragene Krankheit – zu (82 %). 2016 starben an dem Fieber 37.800 Menschen, das in den Tropen und Subtropen vorkommt.

Fast Food & Co: Auf Dauer macht es dick und träge

Forscher der rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn berichten, dass Fast Food auf den Körper eine ähnliche Wirkung hat, wie eine bakterielle Infektion. Das bedeutet, dass die Schnellgerichte ein weit aus größeres Gesundheitsrisiko bergen, als bisher angenommen wurde.

Für das Fachjournal „Cell“ hatte das Team um den Immologen Eicke Latz eine Studie vorgenommen. Dafür wurden Mäuse einen Monat lang mit viel Zucker, und wenig Ballaststoffen gefüttert. Damit wurde die Ernährung der Tiere auf die der Menschen imitiert, die in den westlichen Industrienationen leben. Von den Forschern wurde dann die Reaktion beobachtet, wobei sie sich nicht lange gedulden mussten. Bereits nach kurzer Zeit wiesen die Tiere eine massive Entzündung auf, die sich auf den ganzen Körper verteilte. Diese war ähnlich einer Infektion, die durch gefährliche Bakterien hervorgerufen wird.

Anette Christ, die mit Latz an der Studie arbeitete, erklärten, dass die ungesunde Ernährung zu einem Anstieg der Immunzellen im Blut führte, der unerwartet war. Dieses sei laut Christ, ein Hinweis auf die Beteiligung von Vorläuferzellen im Knochenmark, von denen die Entstehung von Gefäßverkalkung sowie Diabetes gefördert wird. Die Folge dieser Erkrankungen seien wiederum Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Der „schleichende Tod“

Die Forscher erklärten zudem, dass ungesundes Essen darüber hinaus zu einer dauerhaften Umprogrammierung des Immunsystems führe. Das bedeutet, dass selbst dann, wenn die Ernährung umgestellt wird, und ausschließlich gesundes auf den Teller kommt anstelle von Fast Food, so wird die Körperabwehr immer noch aggressiver reagieren als vor der ungesunden Lebensweise.

Der Studienleiter Latz erklärte, dass das angeborene Immunsystem über ein Gedächtnis verfüge. Eben aus diesem Grund bleibe die Körperabwehr nach einer Infektion weiterhin im Alarmzustand, um so schneller auf einen erneuten Angriff zu reagieren. Mithilfe des Tests an den Mäusen konnte nachgewiesen werden, dass dieses selbst durch eine ungesunde Ernährung ausgelöst werden kann.

Quasi war es den Forschern im Schnelldurchlauf möglich zu sehen, was eine ungesunde Ernährung für die Gesundheit der Menschen bedeutet. Von den Mäusen wurden bspw. Herzverkalkungen entwickelt und sie starben innerhalb von acht Wochen. Die Fast-Food-Junkies erwartet laut den Forschern dieses Schicksal nach rund 50 bis 60 Jahren, wie die „Rheinische Post“ den Studienleiter Eicke Latz zitierte.

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