Genf – Satte 21 Prozent Anteile am Weltmarkt hält das Schweizer Duftstoff- und Aromenunternehmen Givaudan mit Sitz in Vernier und ist somit vor dem Genfer Unternehmen Firmenich mit einem Anteil von 13 Prozent Weltmarktführer. Mit 12 Prozent Anteil folgt als drittgrößter Hersteller das US-amerikanische Unternehmen International Flavors & Fragrances Inc., IFF. Die Vormachtstellung ist hart umstritten, doch Givaudan zeigte 2013 neuerlich Wachstum.
Schuldenabbau und Dividendenerhöhung
Lag die Nettoverschuldung von Givaudan 2012 noch bei 1153 Millionen Franken, konnte sie bis Ende 2013 auf 816 Millionen gesenkt werden. Die Umsatzsteigerung betrug 2,6 Prozent, der Umsatz erreichte 4,37 Milliarden Franken. Der Zuwachs ist jedoch nicht nur auf eine erhöhte Nachfrage zurückzuführen, sondern etwa 15 Prozent auch auf eine Preiserhöhung durch Givaudan. Für März 2014 ist eine Dividendenerhöhung vorgeschlagen, um 30 Prozent auf 47 Franken je Aktie. Zu dem Zeitpunkt werden 65 Prozent des Free Cashflows an die Aktionäre ausgeschüttet werden. 47 Franken entsprechen nach gegenwärtigem Kurs einer Rendite von 3,52 Prozent. Der Umstand wird auch Bill Gates freuen, der Anteile in der Höhe von 10,29 Prozent hält. Das Betriebsergebnis stieg um 9,1 Prozent auf 970 Millionen Franken und die EBITDA-Marge erreichte 22,2 Prozent, zuvor 20,9 Prozent. Die Zahlen von IFF und Firmenich liegen noch nicht vor. Das Geschäftsjahr bei Firmenich endet am 30. Juni 2014. Im Geschäftsjahr 2012/2013 erreichte das Unternehmen jedoch eine Umsatzsteigerung von 10 Prozent auf 2,89 Milliarden Franken.
Lieferant für die ganz Großen
Procster & Gamble, Unilever, Estee Lauder, L’Oreal und Yves Saint Laurent sind nur einige große Namen, die eng mit den Duft- und Aromastoffen von Givaudan verbunden sind. Parfüms, wie etwa Calvin Kleins „Obsession“, Cartiers „So Pretty“, Celine Dions „Pour Femme“ oder Paco Rabannes „One Millione“, duften nach Givaudan. 1895 zunächst in Zürich von Leon und Xavier Givaudan gegründet, wurde 1898 das Werk in Vernier errichtet. Ab 1924 kam es laufend zu Zukäufen, bis 1963 das Unternehmen von Hoffmann-La Roche übernommen wurde, gleichzeitig auch die französische Firma Roure, mit der Givaudan 1991 zu Givaudan-Roure zusammengeführt wurde. Durch weitere Übernahmen vergrößerte sich das Unternehmen. Die erste Umsatzmilliarde wurde 1996 erreicht. In dem Jahr beschäftigte Givaudan-Roure bereits 4.200 Mitarbeiter. Nach der Ausgliederung aus dem Mutterkonzern notierte Givaudan im Jahr 2000 an der Börse. Seither wurden unter anderem die Unternehmen International Bioflavers in den USA, Imperial Chemical Industrie in Großbritannien und Quest International in den Niederlanden aufgekauft. Das Schweizer Unternehmen hinterlässt seit mehr als einem Jahrhundert duftende Spuren in der Weltwirtschaft, der keine Konkurrenz gewachsen scheint.

