EADS baut Konzern noch viel stärker um als erwartet

Leiden – Der geplante Umbau des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS samt Umbenennung wird wesentlich umfangreicher ausfallen als bisher angenommen. Nach Informationen der „Welt“ sollen nicht nur die beiden Sparten Astrium (Raumfahrt) und Cassidian (Rüstung) fusionieren. Auch der bislang sehr eigenständig auftretende Hubschrauberkonzern Eurocopter als EADS-Sparte soll umfirmiert werden.

Er soll künftig unter dem Namen Airbus Helicopters am Markt auftreten.“Im Kern heißen dann alle Aktivitäten nach der bekanntesten Marke Airbus“, sagte ein Konzernkenner. Die Flugzeugbautochter selber soll künftig offiziell den Namen Airbus Civil Aircraft tragen. Die Änderungen sollen mit den EADS-Halbjahreszahlen an diesem Mittwoch verkündet werden. Der Konzern würde damit 13 Jahre nach seiner Gründung den Namen seiner bekanntesten Sparte übernehmen. Die größte Veränderung in der Struktur ist die Zusammenlegung der Sparten Raumfahrt und Rüstung/ Sicherheit unter der neuen Bezeichnung Airbus Defence & Space. In diese Sparte soll auch das Airbus-Militärflugzeuggeschäft eingebracht werden. Dagegen darf Eurocopter seine Militärhubschrauber-Aktivitäten behalten. Die Palette der neuen Defence-Sparte, die auf einen Umsatz von rund 14 Milliarden Euro kommt, wird damit neben dem Militärtransporter A400M, dem Eurofighter, Drohnen auch die Ariane-Rakete und Satelliten umfassen. Der Sitz der neuen Sparte soll nach „Welt“-Informationen im Großraum München angesiedelt werden. Geleitet werden soll sie vom derzeitigen Chef der Rüstungssparte Cassidian, Bernhard Gerwert. Der 60-jährige stieg erst vor knapp einem Jahr an die Spitze der Rüstungssparte auf, weil der langjährige Rüstungschef Stefan Zoller aus dem Konzern gedrängt wurde. Christian Scherer, bis September letzten Jahres Strategie-Chef von Airbus und seitdem Verkaufschef von Cassidian, dürfte Gerwerts als Nummer Zwei an die Seite gestellt werden. Die Ansiedlung von Airbus Defence & Space in Deutschland mit einem deutschen Manager an der Spitze gilt als Signal in Richtung Berlin. Mit dieser Geste sollen die Befürchtungen der Bundesregierung zerstreut werden, die Machtbalance innerhalb des Konzerns könnte sich komplett nach Frankreich verschieben. Zumal nach dem Umbau zwei von drei Konzernsparten von Franzosen geleitet werden.

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