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Ehegatten-Nachzug: Ein Drittel scheitert an Deutsch-Test im Ausland

Ein Drittel aller Ausländer, die zu ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau nach Deutschland ziehen wollen, scheitert am Deutsch-Test in ihrem Heimatland. 2018 haben 16.198 Ehegatten die Sprachprüfung für den Nachzug nicht bestanden, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) berichten. Insgesamt absolvierten 2018 laut Auswärtigem Amt 48.130 Menschen die sogenannte "Deutsch-1-Prüfung". Nur wenn ein Ausländer diesen Sprachtest besteht, darf sie oder er zum Ehepartner in Deutschland nachreisen. Die Zahl der Prüfungen bei einreisewilligen Ausländern steigt nach Angaben der Bundesregierung seit Jahren an - die Durchfallquote liegt dagegen konstant bei einem Drittel. 2016 absolvierten noch 37.840 Ehegatten eines Ausländers die "Deutsch 1"-Prüfung. 2017 waren es schon mehr als 42.000, 2018 dann 48.130. "Einfache Sprachkenntnisse" heißt für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass ein Ausländer simple Sätze im Alltag versteht, sich vorstellen und einkaufen gehen oder nach dem Weg fragen kann. Auch Formulare für die Behörden sollte die Person ausfüllen können. Ausgenommen von dem Test sind neben bestimmten Ländern wie die USA und Israel auch EU-Bürger, hochqualifizierte Erwerbstätige und Selbstständige. Ehepartner von anerkannten Flüchtlingen müssen die Prüfung ebenfalls nicht absolvieren. Für einzelne Notfälle gilt ebenfalls eine Ausnahmeklausel. Besonders aus den Staaten Türkei, Russland, Mazedonien und Kosovo, aber auch Thailand, Vietnam und der Irak absolvieren Ehepartner den Sprachtest, um zu ihrem Gatten nach Deutschland nachreisen zu können. Vor allem im Irak ist die Durchfall-Quote bei den Prüfungen hoch. Von 1.626 Menschen bestanden laut Bundesregierung nur 722 den Test. Mehr als die Hälfte (904) fiel demnach durch - und kann zumindest bis zu einer wiederholten und bestandenen Prüfung nicht zu ihrem Ehemann oder ihrer Ehefrau nach Deutschland reisen. Die Linke im Bundestag kritisierte die Anforderungen an Ausländer beim Ehegatten-Nachzug als "völlig unrealistisch". Die Sprachtests würden dazu führen, dass "Familien immer noch jahrelang voneinander getrennt bleiben", sagte die Linken-Abgeordnete Gökay Akbulut den Funke-Zeitungen. Gerade die hohe Durchfallquote im Irak würde zeigen, dass "immer mehr Menschen unter erschwerten Bedingungen einen Deutsch-Test im Ausland" bestehen müssten, um zur Partnerin oder zum Partner nach Deutschland zu ziehen. Im Irak kämpften in den vergangenen Jahren Regierungstruppen gemeinsam mit der internationalen Koalition gegen Terrorgruppen wie dem "Islamischen Staat". Akbulut hob hervor: "In Deutschland die Sprache zu lernen, wäre viel leichter, günstiger und weniger belastend für die Betroffenen." 2007 hatte die Koalition aus Union und SPD die Sprachtests eingeführt. Das Ziel laut Regierung: Zwangsheirat verhindern und die Integration fördern. Denn nur wer zumindest ein wenig Deutsch spreche, könne sich in Deutschland nach der Einreise zurechtfinden. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, verteidigte die Regelung. Die CDU-Politikerin sagte den Funke-Zeitungen, dass es richtig sei, wenn Ausländer schon vor der Einreise "einfache Deutschkenntnisse" mitbringen würden. "Nur so können sie sich hier von Anfang an zurechtfinden und in der Gesellschaft Fuß fassen", sagte die Staatsministerin den Funke-Zeitungen. "Wer sich vor der Zuwanderung nach Deutschland gut vorbereitet, dem gelingt die Integration bei uns besser." Im "Nationalen Aktionsplan Integration" bekomme das Thema Spracherwerb im Herkunftsland besondere Aufmerksamkeit, so Widmann-Mauz. Konkrete Maßnahmen gibt es auf Nachfrage noch nicht. Foto: Wörterbuch, über dts Nachrichtenagentur

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