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Elektrogeräte – sie sind funktional, bunt und äußerst beliebt

In der Regel handelt es sich bei Haushaltsgeräten um elektronische Geräte, die, wie der Name längst aussagt, im Haushalt zum Einsatz kommen. Neben Staubsauger, Waschmaschine, Küchengeräten wie Toaster, Mixer und Kühlschrank zählen dazu ebenfalls Kleingeräte für die Körperpflege, wie Haarschneider oder Epilierer.

In Deutschland belief sich der Umsatz der Hersteller im Bereich der Elektrohaushaltsgeräte auf rund 8,6 Milliarden Euro. Weltweit verzeichnete der Markt allein mit Elektrogroßgeräten ein Umsatzvolumen von 188 Mrd. USD (2016). Nach Umsatz zählen zu den größten Haushaltsgeräteherstellern Midea, Gree, Haier und Whirlpool. Die meist verkauften Haushaltsgeräte bzw. die am verbreitetsten sind Waschmaschinen, Kühlschränke und Herde. Dagegen sind seltener anzutreffen Gefrierschränke oder Wäschetrockner.

Kommando zurück – die Nutzungsdauer der Elektrogeräte sinkt und sinkt…

Der Markt der Elektrogeräte steigt kontinuierlich und da stellt sich eine Frage: Wie kann das möglich sein? Der Grund ist, dass die Geräte nach wenigen Jahren entsorgt werden. Daran sind nicht die Hersteller schuld, sondern die Verbraucher streben nach dem „neuesten“, sie wollen mit dem Trend gehen und entsorgen die „alten“.

Die gute Nachricht ist, dass die geplante Obsoleszenz, also das die Hersteller in ihre Geräte einen künstlichen Verschleiß einbauen, nicht existiert. Eine Studie aus dem Jahr 2016 durch das Umweltbundesamt (UBA) zeigt auf, dass eine gezielte Produktlebensdauer mittels eingebauter Mängel nicht nachgewiesen werden kann.

Die Forscher des Freiburger Öko-Instituts und der Universität Bonn, die von der Behörde beauftragt wurden, konnten keinerlei böswillig eingebauten Mängel oder Sollbruchstellen finden, mit denen es den Herstellern möglich ist, die Lebensdauer der Geräte absichtlich zu verkürzen. Das heißt, es gibt keine Bauteile, die zu dünn konstruiert sind und somit brechen? Oder Verbindungsteile für die Aufsätze bei Haarschneidern, die aus billigen Kunststoff bestehen und die Belastung nur kurze Zeit standhalten?

In einer Studie, die 2013 für die Bundestagsfraktion der Grünen erstellt wurde, liest sich das abgesehen davon anders. In dieser werden zahlreiche Produkte und Bauteile benannt, die ganz bewusst so konstruiert sind, dass sie nach einigen Jahren einen Defekt aufweisen. Dies reicht von einem verklebten Akku in der Elektrozahnbürste bis hin zum schwach konstruierten Heizstab der Waschmaschine.

Der Verbraucher ist schuld laut UBA

Selbst wenn es keine elektronischen Fallstricke und Sollbruchstellen mehr gibt, die durchschnittliche Lebensdauer von Elektrogeräten sinkt immer weiter. Der Grund ist, dass der Verbraucher lieber ein neues, besseres und cooles Gerät besitzt.

Die Autoren der UBA-Studie schreiben, dass die Hersteller eben auf dieses Verhalten der Verbraucher reagieren. Von ihnen werden die Elektrogeräte so konstruiert, dass sie so lange funktionieren, bis das der Wunsch nach etwas Neuen entsteht und in einer Kaufentscheidung endet. Daher sollte das Kernprinzip lauten: die Produkte so gestalten, dass diese so lang wie nötig und nicht so lang wie möglich halten.

Das Wachstum bei den Elektro-Kleingeräten

Seit mehr als 12 Jahren in Folge befindet sich der Markt für Elektrokleingeräte auf einer Wachstumswelle. Dabei stammen die Zugpferde für das Wachstum aus den Segmenten Kaffeevollautomaten und dem Bereich Floor Care wie bspw. Staubsaugroboter, Nass-/Trockensauger und kabellose Staubsauger. Der Markt ist erfolgreich, dank der kleinen, hochfunktionalen, bunten und zunehmend smarten Geräte.

Im Jahr 2018 wuchs der Markt mit den kleinen praktischen Haushaltsgeräten um rund 3% auf 2,9 Mrd. Euro. Diese positive Marktentwicklung wurde durch die starken Trends im Kleingerätemarkt begünstigt. Somit blickt die Industrie zuversichtlich auf das Jahr 2019, wo ein weiteres inländisches Wachstum erwartet wird.

Weltweit gehört Deutschland zu den größten Produktionsländern von elektrischen Haushaltsgeräten. In der Haushaltsgeräteindustrie sind rund 48.000 Arbeitnehmer – ohne Zulieferer – beschäftigt. Insgesamt gibt es über 30 Produktionsstandorte für Kleingeräte, wobei es sich zumeist um mittelständische Hersteller handelt. Diese produzieren allen jährlich 4,5 Millionen Staubsauger.

Ebenfalls ist das Exportgeschäft für die Hersteller von Elektro-Kleingeräten von hoher Bedeutung. 2018 legte nach einer öffentlichen Statistik der Export von Kleingeräten um 3,5% zu (Basiswert) und es wurden Groß- und Kleingeräte im Wert von neun Mrd. Euro exportiert. Davon sind rund 70% in die Länder des EU-Binnenmarktes ausgeliefert worden.

Die Kernproduktbereiche der Branche:

  • Personal Care: Herrenrasierer, elektrische Zahnbürsten, Haartrockner, Skin Care bzw. (Haarentfernung/IPL), Personenwaagen u.v.m.
  • Kaffeezubereitung: Kaffeevollautomaten, Espressomaschinen, Kaffeemaschinen u.v.m.
  • Speisenzubereitung: dazu zählen bspw. Küchenhelfer wie z.B. Standmixer, Toaster, Wasserkocher, Stabmixer usw.
  • Bodenpflege: Handstaubsauger, Bodenstaubsauger, Robotersauger und Akku-Sauger u.v.m.

Dabei legen die Käufer beim Kauf besonderen Wert auf gut ausgestattete und komfortabel zu bedienende Geräte. Vermehrter Nachfrage erfreuen sich zudem die vernetzbaren Geräte, die mit zusätzlichen smarten Funktionen ausgestattet und über Apps steuerbar sind.

Der Elektromarkt bis 2020

ZVEI beziffert in seinem 2018er Ausblick das Volumen des Welt-Elektromarktes nach vorläufigen Berechnungen auf 4.423 Mrd. Euro. Das entspricht gegenüber 2017 einem Plus von 5%. Erwartet wird für 2019 und 2020 ein Wachstum des Marktes, der zu den größten Industriegütermärkten der Welt zählt, von vier bzw. drei Prozent.

Der ZWEI-Weltmarktausblick für die Elektroindustrie umfasst 53 Ländern, die rund 96% des globalen Weltmarktes vereinen. Das globale Wachstum wurde im vergangenen Jahr, wie bereits in den Jahren davor, von den Schwellenländern getragen. Dort stieg das Volumen um schätzungsweise sieben Prozent auf 2.528 Mrd. Euro. Bis Ende 2020 soll die Dynamik dort auf jeweils 5% leicht nachlassen.

Während auf den asiatischen Markt rund 2.741 Mrd. Euro (62%) des globalen Marktes entfielen, belieft sich der des amerikanischen Elektromarktes „nur“ auf 20% (864 Mrd. Euro). In Europa fiel das Marktwachstum in 2018 mit plus zwei Prozent auf 731 Mrd. Euro niedriger aus, als auf anderen Kontinenten. Heute macht der europäische Elektromarkt 17% des Weltmarktes aus.

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