Der einflussreiche internationale Döner-Verband mit Sitz in Istanbul hat einen ehrgeizigen Plan: Er möchte das beliebte türkische Fastfood, den Döner Kebab, von der Europäischen Union zum geschützten Kulturgut erklären lassen. Das hätte weitreichende Folgen für Döner-Liebhaber in ganz Europa.
Derzeit bietet jede Döner-Bude ihre ganz eigene Interpretation des leckeren Gerichts an. Von der saftigen, mürben Fleischfüllung über knusprige Gemüsebeigaben bis hin zu den vielfältigen Soßenvariationen – jeder Dönermann hat seine ganz persönliche Note. Diese köstliche Vielfalt wäre dann wohl Geschichte.
Stattdessen wollen die Döner-Lobbyisten EU-weit einheitliche Standards für die Zubereitung und Präsentation des Drehspießgerichts durchsetzen. Alles müsste dann nach strikten Vorgaben erfolgen – vom Fleischanteil über die Würzung bis hin zur Form und Größe des Brotes. Ein Hauch von Individualität wäre nicht mehr erlaubt.
Für viele Dönerfans wäre das ein herber Verlust. Sie schätzen gerade die Kreativität und Leidenschaft, mit der die Dönerbuden ihr Flaggschiffprodukt zubereiten. Der Verband hingegen sieht darin eine Bedrohung für die „Authentizität“ des Döner Kebabs. Ob die Brüsseler Bürokraten diesem Ansinnen stattgeben werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Für Döner-Genießer könnten harte Zeiten anbrechen.
