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Endgültiges Aus für dayli

Wien - Das Sanierungsverfahren geht nun endgültig in ein Insolvenzverfahren über. 522 Filialen werden geschlossen und 2000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz , nachdem im Juli 2013 bereits 1261 Beschäftigte entlassen wurden. Hoffnung bestand bis zuletzt, denn der dayli Eigentümer zog bis zuletzt immer wieder neue, angebliche Investoren aus dem Zylinder. „Bis zuletzt behaupteten Investoren, die drohenden, laufenden Verluste abdecken zu wollen, das Geld kam aber nicht“, erklärte Insolvenzverwalter Rudolf Mitterlehner. Laut Kreditschutzverband von 1870 betrugen die Passiva im Juli 2013 60 Millionen Euro, die Aktiva 10 Millionen, Schuldenstand demnach 50 Millionen Euro.

Schnelle Talfahrt seit Juli 2012

Im Juli 2012 übernahm nach dem „Aus“ der Drogeriekette Schlecker in Deutschland Rudolf Haberleitner 1350 Standorte in Österreich, Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Der neue Name daily sollte die Veränderung verdeutlichen. Aufgrund markenrechtlicher Probleme wurde der Name auf dayli geändert. In den Vorstand rief Haberleitner schließlich den ehemaligen dm-Manager Peter Krammer, den ehemaligen Lidl-Österreich Chef Hanno Rieger und Andreas Bachleitner, ehemaliges Vorstandsmitglied bei Adeg. Im November 2012 erwirbt der Glücksspielkonzern Novomatic 50 Prozent der dayli-Anteile zu einem Preis von 1 Euro pro Anteil und einem Darlehen von 10 Millionen Euro. Im Dezember 2012 wurde seitens Haberleitner die Eröffnung von 600 ehemaligen Schlecker-Standorten in Deutschland angekündigt . Wegen mangelnder Finanzen blieb die Eröffnung jedoch aus.

Umstellung auf Nahversorger

Anfang 2013 wandelte dayli die ersten Filialen zu Nahversorgern um. Von Obst und Gemüse über Geschirr bis hin zu Zeitschriften und Zigaretten fanden sich viele Güter des täglichen Lebens in den Regalen. Die Öffnungszeiten überraschten und führten zu Differenzen, denn auch an Sonntagen waren die Geschäfte ganztags geöffnet. Das Recht, auch sonntags öffnen zu dürfen, erklärte Haberleitner durch die Gastronomiekonzession, da jedes Geschäft auch über ein Bistro verfügte. Als er die Öffnungszeiten auf alle Filialen übertragen wollte, entbrannte ein Streit mit Kirche, Staat und Gewerkschaft. Novomatic rief Haberleitner zur Vernunft auf. Dennoch kam es zu Anzeigen und Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs. Im Mai 2013 wurden schließlich erste Finanzierungsprobleme öffentlich bekannt und Lieferanten um Zahlungsaufschub gebeten. Novomatic verkaufte seine Anteile an Haberleitner zurück, stellte den Kredit jedoch nicht fällig. Seit Mai 2013 wurden immer wieder neue Investoren präsentiert, doch ihr Geld blieb aus. Filialen wurden geschlossen. Haberleitner wurde noch, wie er behauptete, in Italien ein Geldkoffer mit 1 Million Euro entwendet, der Vorwurf der Geldwäsche wurde laut. Das „Aus“ war schließlich nicht mehr aufzuhalten. Ob die schnelle Talfahrt durch genauere Prüfungen vor der Übernahme der Schlecker-Filialen zu verhindern gewesen wäre, wird weiterhin Gegenstand von Diskussionen.

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