Start > Handel – aktuelle Nachrichten zu Export, Import und Logistik > Energiesparlampen: Deutsche Umwelthilfe geht gegen Amazon vor

Energiesparlampen: Deutsche Umwelthilfe geht gegen Amazon vor

Amazon täuscht Verbraucher über Rückgabemöglichkeit für quecksilberhaltige Energiesparlampen – Handelsriese gefährdet Mitarbeiter seiner Logistikpartner – DUH fordert vom Onlinehändler eine Unterlassungserklärung und Einhaltung des Elektrogesetzes

Verbraucher, die ihre ausgedienten Energiesparlampen beim Handelsunternehmen Amazon für eine ordnungsgemäße Entsorgung zurückgeben möchten, haben hierzu keine gesetzeskonforme Möglichkeit. Dies ist das Ergebnis eines aktuellen Verbrauchertests der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Nach Einschätzung der DUH verstößt Amazon damit gegen das Elektrogesetz. Als klageberechtigte Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation hat die DUH ein Rechtsverfahren gegen den Handelskonzern eingeleitet und diesen am 5. Februar 2018 aufgefordert, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Amazon in Zukunft Verbrauchern eine gesetzeskonforme Rückgabe ausgedienter Energiesparlampen gewährt.

Seit dem 24. Juli 2016 sind Händler mit einer Verkaufs- oder Lagerfläche von mehr als 400 Quadratmetern für Elektrogeräte zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet. Das gilt auch für quecksilberhaltige Energiesparlampen. Zu deren Rückgabe bietet Amazon Verbrauchern den kostenlosen Paketversand über das Rücknahmesystem Electroreturn der Deutschen Post an. Auf Nachfrage der DUH teilte die Deutsche Post jedoch mit, dass der Paketversand von Altlampen, wegen der Bruchgefahr und einer möglichen Freisetzung des giftigen Quecksilbers, ausgeschlossen ist.

„Amazon verweigert Verbrauchern nicht nur eine legale Rücknahme ausgedienter Energiesparlampen, sondern täuscht diesen zu Unrecht eine ordnungsgemäße Entsorgungsmöglichkeit vor. Ganz offenkundig werden zur Ertragsmaximierung Umweltgesetze gebrochen, Verbraucher falsch informiert und die Gesundheit der Mitarbeiter des Logistikpartners aufs Spiel gesetzt. Weil Energiesparlampen geringe Mengen Quecksilber beinhalten, eignen sich diese wegen der Bruchgefahr nicht für den Paketversand. Deshalb lehnt die Deutsche Post mit ihrem Rücknahmesystem Electroreturn den Paketversand von Altlampen ab. Trotzdem versendet Amazon Rücksendeetiketten für den Versand von Leuchtkörpern mit Electroreturn“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Sollte Amazon sein unverantwortliches Handeln nicht sofort stoppen und seinen Kunden eine verbraucherfreundliche und gesetzeskonforme Rückgabemöglichkeit für Energiesparlampen anbieten, wird die DUH weitere rechtliche Schritte einleiten und notfalls vor Gericht ziehen.

„Es ist nicht akzeptabel, dass Amazon als Zugpferd der gesamten Internet-Handelsbranche noch immer keine verbraucherfreundlichen Sammelmöglichkeiten für Energiesparlampen anbietet. Für Lampen gibt es Sammelsysteme, die ihre Boxen im stationären Handel aufstellen. Auch Onlinehändler können sich an einem solchen System beteiligen und so verbraucherfreundliche und sichere Rückgabemöglichkeiten anbieten. Das ausschließliche Angebot der paketgestützten Rücknahme von Energiesparlampen ist gefährlich und unpraktikabel“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Hier nachlesen ...

Hoffmann rät SPD zum Verbleib in Koalition

DGB-Chef Reiner Hoffmann hat der SPD geraten, die Koalition mit CDU und CSU nicht zu …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.