EU schwächt Gebäudesanierungspflicht ab

EU schwächt Gebäudesanierungspflicht ab

Die von der Europäischen Union geplante Reform der Gebäuderichtlinie wurde deutlich abgeschwächt. Das geht aus einem internen Dokument hervor, über das das „Handelsblatt“ in seiner Mittwochsausgabe berichtet. In einem ursprünglichen Vorschlag der Kommission war vorgesehen, dass unsanierte Wohngebäude ab 2030 ein Mindestmaß an Energieeffizienz aufweisen müssen. Es scheint jedoch, dass dies nicht mehr der Fall sein wird. Stattdessen muss der Immobiliensektor in Zukunft im Durchschnitt bestimmte Werte erreichen. Die Gebäuderichtlinie befindet sich derzeit im Trilog zwischen der EU-Kommission, dem Rat und dem Parlament.

In dem Dokument heißt es, dass „substanzielle Fortschritte“ gemacht wurden und dass „über einen Großteil der verbleibenden Fragen“ eine Einigung erzielt wurde. Anstelle der bisherigen Klassifizierung werden die am wenigsten energieeffizienten Gebäude (die „schlechtesten Gebäude“) nun wie folgt definiert: Jedes Land teilt seinen Gebäudebestand in zwei Teile, wobei die 43% mit dem höchsten Energieverbrauch als schlechteste Gebäude definiert werden. 55% der Energieeinsparungen durch Renovierungen sollen in diesem Bereich erzielt werden.

Hätten sich die Verhandlungsführer in diesem Punkt nicht geeinigt, wäre die Reform auf die Zeit nach den Europawahlen im Juni 2024 verschoben worden. Eine Einigung im Gebäudebereich ist für die EU jedoch äußerst wichtig: 40 % des Energieverbrauchs und 36 % der Treibhausgasemissionen in der EU entfallen auf den Gebäudesektor.

Die abgeschwächte Reform wurde von Umweltgruppen kritisiert, die argumentieren, dass sie nicht ausreichen wird, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Das Europäische Umweltbüro (EEB) nannte die Änderungen „einen schweren Schlag gegen den Klimawandel“. Andere haben den Kompromiss jedoch begrüßt und argumentiert, dass er einen Ausgleich zwischen Klimaschutz und wirtschaftlichen Interessen schafft.

Trotz des Kompromisses wird erwartet, dass der Gebäudesektor der EU weiterhin eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielen wird. Man hofft, dass verstärkte Investitionen in energieeffiziente Gebäude und Renovierungen nicht nur die Emissionen reduzieren, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln werden. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Gerüstbau für Wärmedämmung (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen