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EU-Wettbewerbskommissarin lobt von der Leyen

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) dafür gelobt, eine "andere Atmosphäre" in Brüssel geschaffen zu haben. Die EU-Wettbewerbskommissarin schwärmte von der Entscheidung der CDU-Politikerin, Mobiltelefone aus den wöchentlichen Sitzungen des Kollegiums der EU-Kommission zu verbannen: "Alle müssen die in einen kleinen Schrank sperren", sagte Vestager der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Plötzlich könne kein Kommissar noch schnell per E-Mail Aufträge aus der Sitzung heraus erteilen.

Sie habe das mitunter auch gemacht, gab die EU-Wettbewerbskommissarin zu, denn es sei "so schwer", sich nicht ablenken zu lassen. Nun höre man sich gegenseitig zu. Vestager, die als Exekutiv-Vizepräsidentin in der EU-Kommission für Wettbewerb und Digitalisierung zuständig ist, begrüßte das neue Erscheinungsbild der EU-Kommission: "Unter Juncker sah ich eigentlich nur Männer am Tisch", sagte sie. Unter von der Leyen, der ersten Frau an der Spitze der EU-Behörde, herrsche "weniger Gleichförmigkeit", es gebe "weniger dunkle Anzüge". Diese Bemerkung richte sich nicht gegen Männer, hob die EU-Wettbewerbskommissarin hervor. Früher seien aber viele Fragen nicht gestellt worden, weil alle angenommen hätten, dass Konsens herrsche. Dieses Denken müsse aufgebrochen werden. Das neue Kollegium aus zwölf Frauen und 15 Männern sei vielfältiger - was hoffentlich zu besseren Entscheidungen führe, sagte Vestager. "Wir stellen Fragen und es kommt raus, dass wir gar nicht alle gleich denken, auch nicht alle in dunklen Anzügen", so die EU-Wettbewerbskommissarin, die nach der Europawahl selbst gern EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker ins Amt gefolgt wäre. Zudem hält sie ein Umdenken für nötig, um Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag der Bürger so umzubauen, um die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen: "Der Europäische Green Deal wird alles beeinflussen, was wir tun", sagte Vestager der "Süddeutschen Zeitung". Sie rechnet damit, dass der Brexit kommt. Die EU-Wettbewerbskommissarin kündigte an, eng mit EU-Chefunterhändler Michel Barnier zu kooperieren und darauf zu achten, dass das "level playing field" gewahrt und der Wettbewerb nicht beeinträchtigt werde. Auf die Frage, ob es machbar sei, wie von der Regierung in London angekündigt, in elf Monaten einen Freihandelsvertrag zu erzielen, antwortete sie: "Es wäre das schnellste Abkommen, das je ausgehandelt wurde." Vieles hänge vom Ansatz ab, den der britische Premierminister Boris Johnson wähle.

Foto: Ursula von der Leyen, über dts Nachrichtenagentur

 

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