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EU will Export von Impfstoffen kontrollieren

Aus Enttäuschung über nicht eingehaltene Lieferpläne erhöht die Europäische Union den Druck auf die Hersteller von Impfstoffen. "In Zukunft müssen alle Unternehmen, die in der EU Impfstoffe gegen Covid-19 herstellen, den Export von Impfstoffen in Drittländer frühzeitig anmelden", teilte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag mit. Dies sei mit den Mitgliedsstaaten abgesprochen und werde "so bald wie möglich" wirksam.

Vorangegangen war die Ankündigung des Herstellers Astrazeneca am Freitag, zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können. "Das ist für die EU nicht akzeptabel", sagte Kyriakides am Montagnachmittag. Die EU habe die Entwicklung und Produktion des Wirkstoffs vorfinanziert und wolle nun den Ertrag sehen, sagte die EU-Gesundheitskommissarin. Astrazeneca müsse nun genau mitteilen, wieviele Dosen wo hergestellt worden seien, und ob, und wenn ja, an wen sie ausgeliefert worden seien. Diese Fragen wurden offenbar auch am Nachmittag in einer Schaltkonferenz mit Astrazeneca erörtert, ohne dass es "zufriedenstellende Antworten" gegeben habe, wie es hieß. Eine weitere Gesprächsrunde sei deswegen für den Abend vereinbart worden. "Die EU will die bestellten und vorfinanzierten Dosen so schnell wie möglich geliefert bekommen, und wir wollen unseren Vertrag erfüllt haben", sagte Kyriakides. Das deutsche Gesundheitsministerium hatte am Mittag bereits Berichte zurückgewiesen, wonach eine angebliche Anpassung aufgrund neuer Virus-Mutationen der Grund für dem Lieferengpass bei Astrazeneca sein könnte. "Die Anpassung des Vakzins ist es wohl nicht, es gibt Produktionsprobleme", sagte Ministeriumssprecher Hanno Kautz in Berlin. Man erwarte weiterhin eine EU-Zulassung für Freitag. Im Februar gebe es dann "schon mehrere Millionen Impfdosen von Astrazeneca, weniger als erwartet, aber immerhin". Lieferpläne und Berechnungen, die der dts Nachrichtenagentur vorliegen, zeigen, dass Deutschland bis zum Quartalsende am 31. März mit insgesamt rund 18 Millionen Impfdosen von drei Herstellern rechnen kann, darunter über fünf Millionen von Astrazeneca, wobei die Lieferkürzung schon einberechnet ist. Würde es der EU gelingen, doch noch die ursprünglich angekündigte Menge zu bekommen, würde das bis Ende März fast zehn Millionen Dosen mehr für Deutschland bedeuten. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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