Extremismusforscher Mansour bedauert Schreiber-Rückzug

Extremismusforscher Mansour bedauert Schreiber-Rückzug

Ahmad Mansour, Extremismusforscher und Islamexperte, äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung des „Tagesschau“-Moderators Constantin Schreiber, sich in Zukunft nicht mehr zum Islam zu äußern. In einem Meinungsbeitrag für das Nachrichtenportal T-Online kritisierte Mansour den Diskurs rund um Debatten über den Islam, insbesondere bei bestimmten Fraktionen der politischen Linken und islamischen Aktivisten. Er stellte fest, dass jede Kritik an undemokratischen Haltungen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, egal ob aus internen oder externen Quellen, schnell als „Rassismus“ oder „Verrat“ abgestempelt wird.

Mansour wies darauf hin, dass diejenigen, die versuchen, patriarchalische Strukturen, die Verhinderung der sexuellen Selbstbestimmung, die fehlenden Rechte für Frauen und Homosexuelle, die Untergrabung der Integration oder das Vorhandensein von Antisemitismus innerhalb muslimischer Gemeinschaften zu kritisieren, oft als „islamophob“ gebrandmarkt werden, um jede sinnvolle Diskussion zu unterbinden oder ihren Ruf zu schädigen. Er stellte fest, dass diejenigen, die sich dem Dialog verweigern und stattdessen Muslime nur als Opfer von Rassismus sehen und sie von jeglicher Verantwortung freisprechen, der Gemeinschaft und der Gesellschaft insgesamt einen Bärendienst erweisen.

Mansour bedauerte die Tatsache, dass Schreiber sich entschieden hat, zu diesen Themen zu schweigen und stellte fest, dass seine Stimme der Vernunft schmerzlich vermisst werden würde. Er wies jedoch darauf hin, dass Schreibers Bücher weiterhin erhältlich sind und von jedem gelesen werden sollten, der mehr über diese Themen erfahren möchte.

Mansour räumte ein, dass diejenigen, die mutig genug sind, ihre Meinung zu diesen Themen öffentlich zu äußern, sich oft in Gefahr befinden und geschützt werden müssen und möglicherweise Verleumdungskampagnen und Diffamierungen ausgesetzt sind. Dennoch sei es wichtig, sich weiterhin gegen undemokratische Einstellungen und Praktiken innerhalb muslimischer Gemeinschaften auszusprechen, um eine integrativere und tolerantere Gesellschaft zu fördern. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Ahmad Mansour (Archiv), über dts Nachrichtenagentur

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