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Finanzgeschäfte: Volatilität als Gradmesser der Angst

Wer behauptet Angst ist nicht messbar, der wird in diesen Tagen eines besseren belehrt – denn es ist durchaus möglich, Angst zu messen, zumindest wenn es um die Börse und Finanzprodukte geht. Durch die Volatilität wird angegeben, inwieweit die Kurse schwanken. Je höher die Volatilität ist, desto größer sind die Ausschläge der Kurse. So brachte der Kurssturz an den Börsen im vergangenen Monat einen schlagartigen Anstieg der Volatilität. Vielen Investoren kam das sicherlich teuer zu stehen.

Die Rückkehr der Volatilität

Mit Volatilität wird von den Börsianern die Schwankungsanfälligkeit der Aktienkurse bezeichnet. Wegen der Zinsängste der Anleger ist die Volatilität sprunghaft gestiegen. Weltweit sind die Börsen in Aufruhr. Von den Anlegern wird eine beschleunigte Inflation und steigende Leitzinsen befürchtet – aber für den Kursrutsch gibt es keine soliden wirtschaftlichen Gründe. Wer die Börsen rund um den Globus beobachtet, der wird sehen, dass eine heftige Korrektur im Gange ist – nach unten. Anfang Februar ging es in den USA weiter abwärts und das riss die asiatischen Börsen in die Tiefe. Die Kurse des deutschen Aktienmarktes hielten sich dabei halbwegs stabil und in den USA konnte eine leichte Erholung des Dow Jones verzeichnet werden. Aber es bleibt die Frage, was passiert war. Von den Ökonomen wurde zwar der Auslöser für den Kursrutsch gefunden, aber es gab keinerlei soliden wirtschaftlichen Gründe. Zum einen ist das sehr beruhigend, doch andererseits zeigen diese starken Kursbewegungen auch, dass die goldenen Zeiten vorerst vorbei sind. Den Anlass für die Talfahrt, die in den USA startete, lieferten gute Nachrichten: Die Stundenlöhne waren in den USA auf Jahressicht um 2,9 % gestiegen. Das wurde an der Börse so interpretiert, dass die höhere Kaufkraft der US-Amerikaner zu steigenden Preisen führt und damit zu einer beschleunigten Inflation. Die US-Zentralbank könnte auf das wiederum reagieren und die Leitzinsen stärker als erwartet erhöhen. Eben vor einem solchen Szenario haben viele Anleger bzw. Marktteilnehmer Angst. Höhere Zinsen wären negativ für Aktien, denn sie drosseln den Aufschwung und erhöhen die Kreditkosten für die Unternehmen. Zudem werden durch die höheren Zinsen die festverzinslichen Wertpapiere für die Anleger gegenüber Aktien attraktiver. Die Folge wäre, dass Kapital aus dem Aktienmarkt in den Anleihemarkt fließt. Daraufhin büßte der US-Aktienindex anfangs Februar 4,6 % ein. Doch es spielte keine Rolle an den Märkten, dass es eine Lohnerhöhung in den USA gab mit einer geringeren Zahl an Arbeitsstunden und die Kaufkraft der US-Amerikaner gar nicht so stark stieg. Es wurde auch ignoriert, dass es durch die Lohnerhöhung eine automatisch höhere Inflation gibt und das diese nicht negativ für die Unternehmen sein muss. Doch die Märkte ließen sich selbst durch die besch-wichtigen Worte der US-Notenbanken nicht beruhigen. Es ging in den folgenden Tagen um fast 8 % nach unten, wobei die Geschwindigkeit des Abschwungs als „Krass“ bezeichnet wurde.

Die Korrektur war überfällig

Die Analysten und Ökonomen sind sich einige, dass die Korrektur an den Aktienmärkten überfällig war. So seien die Kurse schlicht weg viel zu lange und zu stark gestiegen. Der Grund: die bessere Konjunktur. Dadurch, dass die Zentralbanken gleichzeitig kaum oder gar nicht – wie in den USA, der Eurozone & Japan – erhöhten, wurde ein perfektes Börsenumfeld geschaffen. Eben das brachte die Stimmung der Anleger über eine lange Zeit jenseits von Gut und Böse!

Die goldenen Zeiten sind vorbei

Für die deutschen Anleger bei CMC Markets und anderen Brokern war es sicherlich kein guter Tag, als Donald Trump ankündigte, dass es bald zur Erhebung von Strafzöllen auf Aluminium und Stahl kommt. Diese Ankündigung führte an den Märkten weltweit für eine Verunsicherung. Von der EU, China und Kanada wurde bereits Vergeltung angekündigt. Die deutschen Börsen hat diese Ankündigung besonders hart getroffen, denn als Exportweltmeister haben die Deutschen bei einem globalen Handelskrieg viel zu verlieren. Die Ankündigung Trumps zwang den DAX zeitweise um bis zu 2,6 % in die Knie und hat den DAX am 02. März mit einem Minus von 2,3 % bei 11.913.71 Punkten aus dem Börsentag verabschiedet. Auch der MDax bracht um 2,2 % ein und der TecDax sank um 3,1 %. Experten erklären, dass der amerikanische Präsident wirtschaftspolitisch wie ein Kleinkind handelt. Des Weiteren wird erklärt, dass von Trump nun Protektionismus gegen einzelne Industriezweige gestartet wird. Dem Markt dämmert es, dass im Weißen Haus eine intellektuelle Zeitbombe tickt, die selbst für die Finanzmärkte große Probleme mit sich bringen könnte. Die Ökonomen sind zwar durch die Kursabstürze verunsichert und niemand weiß, wie es in nächster Zeit an den Märkten weitergeht – und niemand möchte sich auch dazu äußern. Doch es sei unwahrscheinlich, dass es sich um einen langanhaltenden Kursrückgang und damit einem „Bären-Markt“ handelt. So zeige die Weltwirtschaft nach wie vor keinerlei Anzeichen für einen Abwärtstrend und auch die Profitabilität der Unternehmen sei hoch. Doch eines ist sicher: Die Volatilität ist zurück!

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