Start > News > Firmennachfolge – die Finanzierung sorgt oft für Probleme
Handschlag 660x330 - Firmennachfolge - die Finanzierung sorgt oft für Probleme

Firmennachfolge – die Finanzierung sorgt oft für Probleme

Wird eine Unternehmensnachfolge angestrebt, dann stellt das eine Form der Existenzgründung dar. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Unterfangen und damit dieses gelingt, ist es wichtig, sich vorab über alle relevanten Daten und Fakten der Unternehmensnachfolge zu informieren.

Ein bestehendes Unternehmen fortführen: die Unternehmensnachfolge

Bei der Unternehmensnachfolge handelt es sich um eine Firmenübernahme. Diese erfolgt oft über den Verkauf des Unternehmens. Der Interessent hat die Möglichkeit, einen bestehendes Betrieb zu erwerben und entsprechend fortzuführen. Der Käufer wird in diesem Fall als Investor und als Geschäftsführer tätig. Das Problem dabei ist, dass dieser Weg in die Selbstständigkeit oftmals ein hohes Startkapital erfordert. Abgesehen davon eignen sich nicht nur große Betriebe für eine Übernahme, sondern auch kleine und mittelständische Unternehmen. Die Statistik zeigt die Unternehmensnachfolge in Deutschland im Zeitraum der Jahre 2014 bis 2018 auf. Nach Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn gab es zur Zeit der Erstellung der Statistik 135.000 übergabereife Unternehmen. Übergabereif ist ein Unternehmen dann, wenn sich dessen Eigentümergeschäftsführer innerhalb der nächsten fünf Jahre aus persönlichen Gründen von der Geschäftsführung zurückziehen wird. Übernahmewürdig ist ein Unternehmen dann, wenn die zu erwartenden Gewinne höher sind als die zu erwartenden Einkünfte eines potenzialen Nachfolgers aus einer abhängigen Beschäftigung plus die Erträge aus einer alternativen Kapitalanlage.

Immer mehr Firmenübernahmen werden erwartet

Für den Mittelstand ist das Thema Firmennachfolge eminent wichtig. In Deutschland wollen bis 2022 840.000 Firmenchefs aus ihrem Betrieb ausscheiden. Laut einer KfW-Studie haben von diesen erst 30% ihre Nachfolge geregelt. Weitere 30% sind in dem Glauben, dass sie einen geeigneten Kandidaten gefunden haben. Der Rest sucht weiterhin einen Käufer. Doch für diese 40% wird die Zeit knapp, denn laut der KfW dauert eine Nachfolgeregelung drei bis 10 Jahre. Die häufigste Ursache einer gescheiterten Übergabe ist die Finanzierung. Beim Generationswechsel gibt es keinen Königsweg. Immer häufiger bleiben die kleinen und mittelständischen Betriebe innerhalb der Eigentümerfamilie. Bei größeren Unternehmenswerten treten im Hinblick auf die Finanzierung Fragen auf. In diesen Fällen ist die Hausbank zumeist der Ansprechpartner. Zusätzliche Hilfe bilden neben Steuerberatern und Rechtsanwälten sowie M&A-Spezialisten wie der KP TECH Corporate Finance. Wichtig ist, dass die Helfer Fingerspitzengefühl haben, denn letztendlich handelt es sich bei einer Firmenübergabe im Familienkreis oftmals um eine hochemotionale Angelegenheit. Anders verhält es sich, wenn es um Verhandlungen mit externen Interessenten geht. Hier steht die Maximierung des Kaufpreises im Mittelpunkt. Doch die Forderungen der Unternehmenseigentümer sind oft utopisch, da sie den Wert überschätzen, da sie in ihr Lebenswerk über Jahrzehnte Zeit, Geld und Emotionen gesteckt haben. Hier spielt der Steuerberater ebenfalls eine große Rolle, denn er schraubt die Erwartungen seiner Mandanten durch substanzlastige Bewertungsverfahren nach oben. Doch für Übergaben im Mittelstand sind diese Methoden nicht geeignet. Der Grund ist, dass der Firmenwert letztendlich aus der erprobten Geschäftsidee, den Mitarbeitern und den Lieferanten- und Kundenkontakten besteht.

Eine Unternehmensnachfolge mit Beteiligungen

Nachfolger die ein Unternehmen übernehmen, bekommen bei dieser Alternative in der Regel zwischen 300.000 und 500.000 Euro von 10 bis 15 Investoren zur Verfügung gestellt. Von diesen werden profitable und wachsende Firmen mit Alleinstellungsmerkmal bevorzugt und regelmäßige Jahresumsätzen zwischen fünf und 25 Millionen Euro. Das ist nicht altruistisch, denn die Investoren erhalten 75% der Anteile des gekauften Unternehmens, während der junge Chef 25% hält. Bei kleineren Betrieben ist das Search-Fund-Konzept sinnvoller. Der Grund ist, dass durch den Prozess der Kapitalgewinnung der eigene Kapitaleinsatz vor allem für die jüngeren Unternehmen überschaubar ist. Damit wird der Sprung in die Selbstständigkeit erleichtert.

Firmenübernahmen im Mittelstand – die verschiedenen Modelle

Bei Übergaben im Mittelstand spielen ebenfalls Modelle wie das Management-Buy-out oder Management-Buy-in eine Rolle. Zudem kommen als Kandidaten für die Nachfolge Finanzinvestoren, Family Offices und strategische Investoren infrage. Bei Firmenübergaben ist Private Equity als Finanzierungsform kein tabu Thema mehr und stellt damit eine weitere Alternative dar. Experten empfehlen bei Nachfolgefinanzierungen eigenkapitalähnliche Darlehn, Bürgschaften und Haftungsfreistellungen. Dadurch werden Kredite günstiger und minimieren zugleich das Risiko des Käufers und der Banken. Ebenfalls ist es möglich den Förderungsmix durch Fördermittel zu verbessern. Eine weitere Alternative ist das Search-Fund-Konzept. Bei diesem statten Investoren potenzielle Nachfolger mit Kapital aus. Doch nicht jeder Interessent wird unterstützt. So ist für die Investoren die Motivation wichtig. Wer nicht Feuer und Flamme ist, um Unternehmer zu werden, der sollte es bleiben lassen, erklären Experten. Die Beteiligungsgesellschaft ist eine Konstruktion über die Verkäufer und Käufer zueinander kommen. Gegründet wird diese vom Nachfolger und fungiert als Kreditnehmerin und sie bezahlt den Kaufpreis an den bisherigen Unternehmens-Eigentümer. Dieser gibt seinem Unternehmen ein verzinstes Gesellschaftsdarlehn. Der größte Vorteil bei dieser Alternative, ist, dass sich das Risiko für den Käufer minimiert und die Banken eine klare Darstellung des Liquiditätsflusses erhalten. Zudem kommt es bei der letzten Alternative nicht zu einer Vermischung der bestehenden Verbindlichkeiten des Verkaufes, die dieser durch den Verkaufspreis bereinigen kann.

Hier nachlesen ...

VDA-Präsident: Elektromobilität wird 70.000 Jobs kosten

Die Wende vom Diesel und Benziner zum Elektroauto könnte die Beschäftigten in der deutschen Autobranche …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.