Atlanta – Das Tätigkeitsfeld unabhängiger Unternehmen, die Flugzeuge warten, reparieren und instand setzen, schrumpft ständig, während Originalteilehersteller zunehmend im Instandhaltungsmarkt Fuß fassen.
„Hersteller von Motoren und Bauteilen für Flugzeuge haben verhindert, dass Wartungs- und Reparaturunternehmen Aufträge für neue Modelle gewinnen, welche den Löwenanteil moderner Flotten ausmachen. Deshalb bleibt diesen nur noch ein schwindender Teil des Marktes, nämlich Flugzeuge, die dem Ende ihrer Lebensspanne entgegengehen, sowie Lizenzpartnerschaften, die langfristig ungünstiger für sie sind“
In seiner jährlichen Branchenstudie bestätigte Oliver Wyman, dass sich dieses wettbewerbliche Ungleichgewicht vertieft. Um erfolgreich zu sein, anstatt bloß zu überleben, müssen sich Wartungs- und Reparaturunternehmen um langfristige Instandhaltungsverträge bewerben, während Fluggesellschaften neue Flugzeuge auswählen. Dazu könnten sie Partnerschaften mit Flugzeug-Leasinggesellschaften und Herstellern eingehen.
„Hersteller von Motoren und Bauteilen für Flugzeuge haben verhindert, dass Wartungs- und Reparaturunternehmen Aufträge für neue Modelle gewinnen, welche den Löwenanteil moderner Flotten ausmachen. Deshalb bleibt diesen nur noch ein schwindender Teil des Marktes, nämlich Flugzeuge, die dem Ende ihrer Lebensspanne entgegengehen, sowie Lizenzpartnerschaften, die langfristig ungünstiger für sie sind“, sagte Chris Spafford, ein Partner bei Oliver Wyman und Co-Autor der Branchenstudie mit dem Titel „2013 MRO Survey“.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen und Analysen gehören:
1) Die Marktanteile unabhängiger Wartungs- und Reparaturunternehmen stehen unter Druck. Diese versuchen, dem Trend mit Lizenzverträgen gegenzusteuern:
- Fluggesellschaften gewinnen wieder an Einfluss, indem sie die Wartungsdienste zusammen mit dem Kauf von Flugzeugen erwerben. Dies erleichterte es den OEMs, unabhängige Wartungs- und Reparaturbetriebe zu verdrängen. Mehr als 80 Prozent der befragten Vertreter von Fluggesellschaften würden es allerdings lieber sehen, wenn sich zum Zeitpunkt des Flugzeugkaufs auch unabhängige Unternehmen um langfristige Wartungsverträge mitbewerben würden.
- Als Reaktion versuchen Wartungs- und Reparaturunternehmen, Partnerschaften mit OEMs einzugehen. Mehr als 70 Prozent der befragten Branchenunternehmen erklärten, innerhalb der vergangenen drei Jahre mindestens einen Partnerschaftsvertrag mit einem OEM abgeschlossen zu haben. Über 80 Prozent davon beschrieben diese Partnerschaften jedoch als Lizenzverträge, was bedeutet, dass sie mit diesen eine kurzfristige Überlebensstrategie verfolgen.
- Währenddessen berichtete die Hälfte der Befragten von fehlgeschlagenen Partnerschaftsversuchen, die ambitioniertere Joint Ventures und Initiativen der gemeinsamen Nutzung bzw. Entwicklung von geistigem Eigentum beinhalteten.
2) Möglicherweise schafft ein aufkommender Trend zur Rückführung umfangreicher Wartungsarbeiten ins Inland Gelegenheiten in einigen Regionen:
- 56 Prozent der befragten nordamerikanischen Fluggesellschaften würden eine Rückverlegung von Flugzeuginstandhaltungsarbeiten in die USA sogar bei höheren Kosten in Erwägung ziehen, was Wachstumschancen für lokale Wartungs- und Reparaturbetriebe schaffen könnte.
- Eine Repatriierungswelle von US-Flugzeugarbeiten bis 2020 könnte 5.000 neue Arbeitsplätze schaffen.
3) Zunehmende Verwendung instandhaltungsfähiger Materialien unterstützt die Margen:
- Zwei Drittel der befragten Fluggesellschaften gaben an, dass sie die Verwendung reparierbarer Bauteile innerhalb der letzten drei Jahre gesteigert hätten. Dies ist eine Kostensenkungsstrategie, mit der die Fluggesellschaften der Vormachtstellung von OEM im Instandhaltungsmarkt begegnen.
Über den MRO Survey
Jedes Jahr befragt Oliver Wyman Wartungs-, Reparatur- und Instandsetzungsunternehmen, Fluggesellschaften und Hersteller von Flugzeugen und Komponenten über die Situation der Branche. Für die Umfrage des Jahres 2013 erhielten wir mehr als 100 Antworten von verschiedenen Branchenakteuren aus aller Welt.
Über Oliver Wyman
Oliver Wyman ist eine weltweit führende Managementberatungsgesellschaft. Mit Niederlassungen in über 50 Städten und 25 Ländern verbindet das Unternehmen eingehende Branchenkenntnisse mit spezifischem Fachwissen in Sachen Strategieplanung, Betriebswirtschaft, Risikomanagement und Organisationsumwandlung. Mit seinen 3.000 Fachkräften hilft es seinen Kunden, ihre Betriebsaktivitäten und ihr Risikoprofil zu verbessern und ihre Unternehmensleistung zu steigern, um von den attraktivsten Gelegenheiten profitieren zu können. Oliver Wyman ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Marsh & McLennan Companies [NYSE: MMC].
