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Forscher rechnet trotz Bananenkrise nicht mit Engpass

Der Pflanzenforscher und Professor an der Universität im niederländischen Wageningen, Gert Kema, geht davon aus, dass die Versorgung von westlichen Abnehmermärkten wie Deutschland mit Bananen trotz der Pflanzenkrankheit Tropical Race 4 (TR4) nicht gefährdet ist. "Ich befürchte überhaupt nicht, dass uns bald die Bananen ausgehen", sagte Kema der "Welt am Sonntag". Allerdings müssten sich die Konsumenten wohl von Kilopreisen von einem Euro oder darunter verabschieden. "Die Preise sind geradezu lächerlich niedrig. Sie müssten mindestens doppelt so hoch sein", kritisierte der Pflanzenforscher. Die Krankheit TR4 ist kürzlich erstmals in Kolumbien aufgetreten, einem der wichtigsten Lieferländer für Deutschland. Sie befällt Bananen der Sorte Cavendish, der einzigen Art, die im Welthandel eine Rolle spielt. "Zu befürchten ist, dass in absehbarer Zeit keine Bananen der Sorte Cavendish für den deutschen Markt mehr zur Verfügung stehen werden", hatte der Deutsche Fruchthandelsverband daraufhin gewarnt. Bisher war der Erreger, ein bodenlebender Pilz, bereits in Asien, Afrika und Australien aufgetreten. Mittel gegen die Krankheit bestehen derzeit nicht. Der Schadpilz ist ausschließlich auf die Sorte Cavendish spezialisiert, wobei die Pflanzen genetisch in der ganzen Welt identisch sind. Wenn man das Problem lösen wolle, müssten mehrere unterschiedliche Bananenarten in die wirtschaftliche Nutzung einbezogen werden , so Kema, der zu den renommiertesten Spezialisten für tropische Pflanzenkrankheiten weltweit zählt. Die Vielfalt der Früchte im Ladenregal werde dann zunehmen, aber auch der Aufwand bei Erzeugung und Transport steige - und damit die Preise. "Seriöse Verbraucher sollten das akzeptieren", sagte Kema der "Welt am Sonntag". Biologisch ist die Diversität bei Bananen beträchtlich: Weltweit existieren 70 Arten, von denen die meisten aber nur lokale Bedeutung als Nahrungsmittel haben. Foto: Bananen in einem Supermarkt, über dts Nachrichtenagentur  

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