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Gabriel hält EU-Beitritt der Türkei weiterhin für möglich

Trotz des Verfassungs-Referendums schließt Außenminister Sigmar Gabriel einen EU-Beitritt der Türkei weiterhin nicht aus. "Die Türkei hat es in der Hand", sagte Gabriel der "Bild". Entscheidungen stünden für längere Zeit noch nicht an, derzeit ginge ein Beitritt ohnehin nicht, so der Außenminister.

"Die Türkei sollte sich nicht noch weiter von Europa entfernen, schon in ihrem eigenen Interesse." Die Einführung der Todesstrafe wäre "gleichbedeutend mit dem Ende des Traums von Europa". Auch einen Austritt der Türkei aus der Nato befürwortet Gabriel ausdrücklich nicht. "Die Türkei bleibt ein großer Nachbar, den wir selbst zur Zeit der Militärdiktatur Anfang der 80er Jahre nicht aus der Nato ausgeschlossen haben, um ihn nicht in die Hände der Sowjetunion zu treiben. Und auch heute wollen wir die Türkei bei uns halten und nicht in die außenpolitische Isolation oder gar Richtung Russland drängen", sagte der Außenminister. Hart zeigte sich Gabriel dagegen beim Umgang der Türkei mit ihren Landsleuten in Deutschland. "Wir werden keine Spaltung der Gesellschaft in Deutschland zulassen. Der Wahlkampf war extrem aufgeheizt, auch in Deutschland, und hat Türkei-stämmige Menschen bei uns polarisiert. Einer politischen Radikalisierung und dem Ausspionieren von Menschen in unserem Land werden wir uns energisch entgegenstellen", so Gabriel.

Foto: Sigmar Gabriel, über dts Nachrichtenagentur

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