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Garagengold – klassische Fahrzeuge als Investition

Das es sich bei Sachwerten um die beste Investition handelt, wenn es darum geht, diese vor einer Inflation zu schützen, das ist ein offenes Geheimnis. Doch nicht nur Edelmetalle und Immobilien werden dafür genutzt, sondern mittlerweile auch klassische Liebhaberfahrzeuge.

Oldtimer als Geldanlage – ja oder nein?

Sicherlich werden sich viele fragen, die vor der Entscheidung stehen, ob sie ihren gut erhaltenen Oldtimer verkaufen oder nicht, ob es sich nicht doch um eine geeignete Alternative handelt, wenn es um einen krisensicheren Vermögensaufbau geht.

Die Antwort ist „Ja“. Denn der bekannte Oldtimerindex (OTX) der Südwestbank verzeichnet seit 2005 eine Steigerung von 452 Prozent, während der DAX lediglich um 222 Prozent angestiegen ist. Selbst beim Vergleich der Staatsanleihen zeigt sich der OTX von seiner Schokoladenseite mit einem Plus von 64 Prozent im benannten Zeitraum.

Vom OTX wird die Wertentwicklung süddeutscher Autoklassiker mit anderen Anlageformen gemessen. Die Situation wird von der Studie „Classic Studie Young – und Oldtimer 2020: Der Markt im Wandel“, die im Dezember 2020 (BBE Automotive) veröffentlicht fasste die Situation zusammen. Darin hieß es, dass aktuell keine Entwicklungen absehbar sind, in denen der Markt stagniert oder eine rückläufige Tendenz aufweist. Der Blick auf die Youngtimer – besonders die 20 bis 29 Jahre alten Fahrzeuge – zeigt, welche Modelle das Potenzial zum echten Oldtimer haben und entsprechend nachrücken werden. Das zeigt, dass ein Wachstum im wertigen Bereich sehr wahrscheinlich ist. Aber in Hinsicht auf die strengeren Umweltgesetze sowie den zunehmenden Diskussionen rund um die Verbrennungsmotoren dürfte sicherlich die Entwicklung in Zukunft eingrenzen.

Wird es von der Politik ein Regulierungsverfahren für Oldtimer geben?

Ein Experte erläuterte in einem Interview, dass der Anteil der historischen Liebhaberfahrzeuge bei 0,5 Prozent in Bezug auf die jährliche Fahrleistung aller PKW liege. Somit spielten die Oldtimer für das Erreichen der Klima- oder Emissionsziele keine nennenswerte Rolle. Hinzu kommt, so der Experte, dass die automobilen Klassiker Bestandsschutz besitzen und es somit rechtswidrig sei, wenn eine Betriebserlaubnis, die einmal erteilt wurde, für einen Oldtimer widerrufen würde.

Das Fazit des Experten: Fahrzeuge, die ausgestattet sind mit Assistenzsystemen und nahezu geräuschlosen Antrieben, in denen der Fahrer lediglich Passagier ist, auf dem Weg von A nach B sind das totale Gegenteil zu den klassischen Fahrzeugen. Dies sei ein Garant dafür, dass diese Lieblinge auch zukünftig eine große und stabile Fangemeinde haben werden. Dem fügte er hinzu, dass in Zukunft keine Fahrzeuge mehr vom Band rollen werden, die den Klassikern in der Faszination ebenbürtig sind. Dabei handelt es sich nicht um Fahrzeuge, an denen der begabte Laie am Wochenende selbst schrauben kann. Die Liebhaber der Oldtimer bzw. Klassiker und Exoten, werden immer in der Minderheit sein, heute und auch in Zukunft.

Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass die Wertschätzung für das automobile Kulturgut nicht nur bleiben, sondern wachsen wird. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn der aktuelle Wandel der Verbrenner bei den Neufahrzeugen vollständig verdrängt hat.

Oldtimer: Sicherlich ein Kulturgut, aber ein Investment?

Wenn es um die Frage geht, ob ein Oldtimer als Investment Sinn macht, dann muss sich jeder einige Fragen stellen und selbst beantworten:

  • Ist Kenntnis über die klassischen Fahrzeuge vorhanden?
  • Ist der Marktüberblick vorhanden und traut man sich eine Expertise zu?

Denn wenn es darum geht, das passende Exemplar zu finden, um eine Sammlung zu starten, dann ist viel Ahnung notwendig – ansonsten wird es teuer. Im schlimmsten Fall geht sogar Geld verloren, denn auch der Markt der klassischen Fahrzeuge unterliegt Schwankungen.

Bei einem Oldtimerkauf handelt es sich um eine emotionale Angelegenheit und besonders Neulinge auf dem Markt müssen einen kühlen Kopf bewahren. Ein Beispiel ist der Porsche-Boom im Jahr 2015/16. Einige Modelle mussten eine starke Preiskorrektur nach unten hinnehmen. So wurde ein Porsche 911 RS/964 Carrera RS (BJ. 1992) 2016 noch mit 385.000 Euro dotiert und in diesem Jahr wird das Fahrzeug mit 300.000 Euro taxiert. Selbst ein Ferrari (1966er 330 GT), der vor fuenf Jahren noch für 420.000 Euro den Besitzer wechselte, bringt heute weniger als 100.000 Euro.

Besonders Einsteiger, die in diesem Segment Geld verdienen wollen, merken dass der Wiederverkauf eines Klassikers sich als sehr zäh erweisen kann. Der Grund: Schnell geht die Geduld verloren und immer mehr Fahrzeuge waren wieder auf dem Markt. Die Folge davon ist ein Überangebot und fallende Preise.

Doch es gibt auch Modelle, die im Preis gestiegen sind. So wechselt ein BMW 503 Cabriolet (BJ. 1957) heute den Besitzer für 400.000 Euro, das ist ein Zuwachs in den letzten fünf Jahren um 100.000 Euro. Für einen 1955er Alpina B12 5.7 (850i E31) müssen mindestens 200.000 Euro bezahlt werden, während es vor fünf Jahren nur knapp 1110.000 Euro waren.

Generell gilt es festzulegen, dass Fahrzeugmodelle mit Kultcharakter und insbesondere Fahrzeuge in einem guten Zustand, geringer Stückzahl und besonders belegbarer Geschichte oder Originalität unabhängig vom Fahrzeughalter weiterhin gefragt sind und überdurchschnittliche Preise erzielen.

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