Wiener Graben, Teil des Goldenen U

Goldenes U: Nobelmeile mit hohen Mieten

Wiener Graben, Teil des Goldenen UWien – Das sogenannte Goldene U erstreckt sich in der Wiener Innenstadt von der Kärntner Straße über den Stock-im-Eisen-Platz und Graben zum Kohlmarkt. U heißt die Nobelmeile, weil der Straßenverlauf sich krümmt. Als Goldenes U wird sie aufgrund ihrer Exklusivität bezeichnet. In keiner anderen Wiener Einkaufstraße sind so viele Passanten unterwegs wie am Goldenen U. Doch ein Teil dieser Einkaufsstraße sticht noch goldener aus dem U, der Kohlmarkt, bekannt vor allem durch die Luxuslabel, die hier angesiedelt sind. Armani, Chanel, Dolce & Gabbana, Gucci, Louis Vuitton, aber auch Cartier, Tiffany und Chopard sind hier zu finden, doch Traditionsunternehmen verschwinden zusehends. Der Grund sind die hohen Mietpreise, die nun noch weiter anziehen. Der Kohlmarkt zählt jetzt bereits zu den zehn teuersten Einkaufsstraßen der Welt.

Luxus statt Tradition

Schon in der k.u.k. Monarchie war der Kohlmarkt erwählter Standort vieler Wiener Traditionsunternehmen, doch nur wenige sind noch ansässig, wie etwa der einstige Hoflieferant Demel mit seinen in der ganzen Welt bekannten Torten und Lebkuchen. Seit Jahren steigen die Mieten, viele alte Unternehmen können und wollen sich den Standort nicht mehr leisten. 400 Euro sind inzwischen pro Quadratmeter Geschäftslokal zu berappen, 30 Euro mehr als noch 2013 und sie steigen weiter. Grund nun auch für den kartografischen Verlag Freytag& Berndt das Handtuch zu werfen und das Artaria Haus am Kohlmarkt zu verlassen. Jedoch wurde dem Unternehmen der Abgang mit einer sechsstelligen Ablösesumme schmackhaft gemacht. Der Eigentümer der Immobilie, die Versicherungsanstalt des österreichischen Notariats, darf sich nun auf einen neuen Mieter freuen, der bereit ist, bis zu 4.800 Euro jährlich zu bezahlen. Der Geschäftsführer des Immobilienbüros EHL weiß, dass die Nachfrage groß ist: „Die Leerstandsrate auf dem Kohlmarkt, in der Kärntner Straße und am Graben liegt bei kaum wahrnehmbaren 1,9 Prozent.“

Altmieter immer öfter durch Ablösen vertrieben

Kleine Händler sind am Kohlmarkt ohnehin nicht zu finden. Und wie im Falle von Freytag&Berndt werden immer öfter Altmietern, die sich nur aufgrund günstigerer Mietverträge aus früheren Jahren halten konnten, hohe Ablösen geboten.  Die berühmten Labels nehmen die Mietpreise in Kauf, für sie zählt das Image des Standorts. In anderen Einkaufsstraßen, abseits des Goldenen U’s werden selten mehr als 40 Euro pro Quadratmeter verlangt, in der Meidlinger Hauptstaße oder in der Thaliastraße oft nur 10 Euro. Nur in der Mariahilferstraße klettern die Mietpreise mitunter bis auf 150 Euro. Sie ist, vom Goldenen U abgesehen, die teuerste Einkaufsstraße in Österreich. Phänomen ist, dass überall die Leerstandsrate größer ist als am Kohlmarkt und Co. Neumieter sind nur schwer zu bekommen, meint Ehlmaier. Nur nicht am Kohlmarkt, dank der Luxuslabel dieser Welt.

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