Der Abhörskandal bezüglich der Regierungsanfragen zieht immer weitere Kreise. Verschiedene Soziale Netzwerke haben bereits Zahlen über die Anfragen veröffentlicht. Unter anderem sind Facebook, Microsoft, Yahoo und Apple an die Öffentlichkeit getreten und haben entsprechende Zahlen geliefert. Der Suchmaschinenriese Google hat sich jetzt ebenfalls dazu gemeldet. Im Unterschied zu den anderen Konzernen wird von Google schon seit 2010 jährlich ein solcher Bericht für die Öffentlichkeit veröffentlicht – auf freiwilliger Basis. Dieser Bericht von Google ist als Transparency Report bekannt und zeigt jetzt, wie viele Regierungsanfragen in der zweiten Jahreshälfte von 2012 bei dem Konzern eingingen. Google hat nicht wesentlich mehr Anfragen zu verzeichnen als die anderen Unternehmen, allerdings gibt es keinen umfangreicheren und detaillierteren Bericht in diesem Bereich als den von Google. Die Anfragen an die unterschiedlichen Unternehmen sind nicht unbedingt miteinander vergleichbar, da Apple und Yahoo die Zahlen vom 1.Dezember 2012 bis zum 31.Mai 2013 bekannt gaben und die Zahlen der anderen Unternehmen sich wie die veröffentlichten Zahlen von Google sich auf die zweite Jahreshälfte im Jahr 2012 beziehen.
Die USA auf dem Spitzenplatz
Nicht weiter überraschend ist nach dem Abhörskandal, dass die USA die meisten Anfragen an den Suchmaschinenriesen gestellt haben und damit von der Anzahl der Regierungsanfragen unbestritten auf dem ersten Platz stehen. Insgesamt hat Google in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres 21.389 Anfragen von verschiedenen Regierungsstellen zu verzeichnen, die sich auf 33.634 Konten bezogen. Diese Anfragen kamen aus 28 verschiedenen Ländern, wobei die meisten Anfragen ganz klar von den USA stammen. Insgesamt 8.438 Mal fragten die verschiedenen Regierungsstellen der USA bei Google an und diese Anfragen bezogen sich auf 14.791 Konten. Da Google diese Informationen über alle Länder angeben kann, steht jetzt fest, dass Deutschland in Sachen Regierungsanfragen auf dem vierten Platz steht, hinter den USA, Indien und Frankreich. Aus Deutschland kamen 1.550 Anfragen, die Informationen über 1.944 Konten wünschten.
Spitzenreiter bei allen Unternehmen
Die Zahlen bei den anderen Unternehmen sprechen eine ähnliche Sprache wie die Anfragen bei Google. Denn an Microsoft stellten die Regierungsstellen der USA rund 6.000 Anfragen, an Facebook rund 9.000, ebenso an Apple gut 9.000 und bei Yahoo waren es sogar 13.000 Anfragen. Damit nimmt Yahoo den Spitzenplatz in der Überwachung durch die Regierung der USA ein. Die Zahlen sind nicht exakt vergleichbar und nur Google liefert genaue Daten, doch es zeigt sich, dass die USA bei allen Unternehmen eine Vielzahl von Anfragen bezüglich privater Daten und Konten stellen.
