Am Mittwochabend trafen die Spitzenkandidat:innen der drei größten Parteien in Hamburg – Peter Tschentscher (SPD), Dennis Thering (CDU) und Katharina Fegebank (Grüne) – in der Hamburger Handelskammer aufeinander, um über ihre inhaltlichen Positionen und mögliche Koalitionsoptionen zu diskutieren. Vor einem interessierten Publikum und beobachtet von den Medien, lieferten sich die drei einen engagierten Schlagabtausch.
Inhaltliche Positionen im Fokus
Zu Beginn der Debatte ging es zunächst um die Kernthemen des Wahlkampfs und die Lösungsvorschläge der Parteien. Tschentscher präsentierte das Regierungsprogramm der SPD, das den Ausbau der Infrastruktur, Investitionen in Bildung und den sozialen Wohnungsbau in den Mittelpunkt stelle. Fegebank hob die ökologischen Schwerpunkte der Grünen hervor, wie den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und Maßnahmen gegen den Klimawandel. Thering betonte die wirtschaftspolitischen Akzente der CDU, wie Steuersenkungen und die Förderung des Mittelstands.
In der anschließenden Diskussion prallten die unterschiedlichen Konzepte aufeinander. So stritten die Kandidat:innen kontrovers über die richtige Herangehensweise an die Energiewende oder die Prioritäten bei der Stadtentwicklung. Tschentscher und Fegebank warben für ein enges Zusammenwirken von Ökologie und Sozialem, während Thering stärker auf die Belange der Wirtschaft abhob.
Mögliche Koalitionsoptionen
Im zweiten Teil der Debatte rückte die Frage nach möglichen Koalitionskonstellationen nach der Wahl in den Fokus. Alle drei Spitzenkandidat:innen bekundeten prinzipielles Interesse an Regierungsverantwortung, wobei die SPD und Grünen ihre erfolgreiche Zusammenarbit der letzten Legislaturperiode fortsetzen möchten.
Fegebank betonte, dass die Grünen eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition bevorzugten, da dies die Kontinuität in der Stadtentwicklung sichere. Tschentscher signalisierte ebenfalls Offenheit für die Fortführung des Bündnisses, verwies aber auch auf mögliche Optionen mit der CDU. Thering machte deutlich, dass seine Partei nach fünf Jahren in der Opposition nun wieder Regierungsverantwortung übernehmen wolle und dafür sowohl mit SPD als auch mit Grünen Sondierungsgespräche führen werde.
In der anschließenden Diskussion kristallisierten sich die Präferenzen der Parteien heraus. Tschentscher und Fegebank betonten die gute Zusammenarbeit in der aktuellen Koalition und ihre Übereinstimmung in zentralen Politikfeldern. Thering warb hingegen für einen Politikwechsel und die Einbindung der CDU in eine neue Regierung.
Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Triell-Debatte zeigte, dass der Wahlkampf in Hamburg nicht nur um Inhalte, sondern auch um die Frage der künftigen Regierungsbildung geführt wird. Während SPD und Grüne ihre Zusammenarbeit fortsetzen möchten, strebt die CDU nach fünf Jahren in der Opposition eine Rückkehr an die Macht an.
In den kommenden Wochen bis zur Wahl am 23. Februar 2025 werden die Parteien ihre Programme weiter ausarbeiten und um Wählerstimmen werben. Die Triell-Debatte hat dabei einen ersten Vorgeschmack auf die inhaltlichen Kontroversen und möglichen Koalitionsoptionen gegeben. Am Ende wird es darauf ankommen, welche Partei- und Regierungskonstellation die Wähler:innen am Ende unterstützen werden.
